
Poing hat eine mehr als tausendjährige, urkundlich beweisbare Geschichte. Die Besiedlung des Gemeindegebiets beginnt jedoch wesentlich früher. Siedlungsfunde beweisen, dass hier bereits um das Jahr 3000 v. Chr. Menschen gewohnt haben.
Die zahlreichen Fundstellen, vor allem aber die neuesten Ausgrabungsergebnisse in den ehemaligen Siedlungen und Gräberfeldern, erzählen von einer lückenlosen Besiedlung und weit reichenden Handelsverbindungen seit dem Ende der Jungsteinzeit um 2800 v. Chr..

Mit so ungewöhnlich reichen und wissenschaftlich interessanten Funden, wie dem spätbronzezeitlichen „Fürstengrab von Poing“ (um 1300 v. Chr.) oder den erst 2004 entdeckten römischen Landgütern, haben sich die archäologischen Funde der letzten Jahrzehnte einen besonderen Platz in der bayerischen Landesgeschichte erobert.
In der Zeit, in der die Römer das Land bis zur Donau besetzt hielten (15 v. Chr. bis Ende des 5. Jahrhunderts), verlief südlich des Ortes eine Heeres- und Handelsstraße. Sie verband Ovilava (Wels in Oberösterreich) mit Augusta Vindelicum (Augsburg).
Ein Abzweig der Römerstraße führte zu den römischen Gutshöfen, die bei Bauarbeiten 2004 entdeckt wurden. Das nachgebaute römische Tor, die schützende Palisade, der Töpferofen und der Brunnen im Bauquartier 4 nördlich der Kirchheimer Allee geben einen Einblick in die Zeit zwischen dem 1. und 4. Jahrhundert n. Chr..