Neubau Bahnüberführung Neue Ortsmitte

Versprechen und Vermächtnis: Eine Unterführung für die Ewigkeit.

Die Eröffnung der Zentrumsunterführung hat den Status eines historischen Ereignisses.

Link zum Videofilm auf YouTube (Vielen Dank an Laszlo Bacs von Interpressmedia)

Wie es bei historischen Ereignissen üblich ist, muss der Zeitpunkt genau datiert werden: Am Montag, den 27.04.2020 um 11.00 Uhr eröffnet Poings Erster Bürgermeister, Albert Hingerl, in Poing die Zentrumsunterführung, die das südliche Poing mit dem nördlichen Teil in Zukunft verbinden wird. Er eröffnet diese Unterführung zusammen mit seinem Nachfolger, Thomas Stark und dem Projektleiter der ARGE Poing "Am Bergfeld", Helmut Sloim, in Zeiten, in denen die Corona-Pandemie die Welt im Atem hält. Es ist eine der letzten Amtshandlungen von Poings Erstem Bürgermeister, Albert Hingerl, der mit der Eröffnung auch eine erfolgreiche Ära abschließt. Er ist vor langer Zeit als junger Bürgermeisterkandidat mit dem Versprechen angetreten, diese Unterführung zu meistern. Mit der Eröffnung löst er das Versprechen ein und hinterlässt ein Vermächtnis, das seine Gemeinde zusammenwachsen lässt.

Die Eröffnung der Zentrumsunterführung hat den Status eines historischen Ereignisses.

Die Unterführung ist nicht nur eine wichtige und langersehnte Lebensader, sie ist auch ein Denkmal. Ein Denkmal für beharrliche Politik, für Durchhaltevermögen und Weitsicht, für übermenschlichen Einsatz und letztlich für den Sieg der Vernunft. Dafür waren unglaubliche Anstrengungen not-wendig. Alle Gemeinderäte verpflichteten sich über mehrere Legislaturperioden diesem Ziel, sie kämpften mit und gegen die Deutsche Bahn wie Don Quixote gegen die Windmühlen. Blockiert wurde das Projekt durch einen möglichen S-Bahn-Ausbau, irgendwann, vielleicht, schließlich nicht oder später. Es ist ein Paradebeispiel wie lethargische Verkehrsplanungen eines überregionalen Mobilitätsanbieters lokale Handlungsmöglichkeiten einschränken und besinnungslose Hoffnungslosigkeit erzeugen.

Es ging so weit, dass Wallfahrten nach Altötting geplant wurden, um höheren Beistand zu erbitten. Und als Albert Hingerl die Schuhe schnürte und tatsächlich zur Schwarzen Muttergottes nach Altötting pilgerte, hatten sie es geschafft, die Unterführung konnte gebaut werden. Scheinbar.
Nach einer ersten Ausschreibung fand sich kein Unternehmen, das das Bauwerk umsetzen konnte. Der Bau der Unterführung brauchte also zusätzliche Helden. Zum Glück kann sich Poing auf seine Verwaltung verlassen. In einer zweiten Ausschreibung fand man folgende Firmen, die von Poings Projektmanager, Hans Solymosi, koordiniert wurden:

• Planer: IB Lahmeyer – München
• Ausführung: Mayerhofer Hoch-, Tief und Ingenieurbau GmbH – Simbach am Inn
• Bauüberwachung Bahn: DB Engineering und Consulting GmbH – München
• Elektro: euromicron Deutschland GmbH

Unter der Koordination des erfahrenen Projektmanagers Hans Solymosi wurde 11.150 m3 Erdreich ausgehoben, 3.500 m3 hinterfüllt, 2.560 m2 Spundwände als vorwiegend wasserdruckhaltender Verbau erstellt, 420 t Betonstahl verarbeitet, 1.940 m3 Beton vergossen, 2.420 m2 Abdich-tungsarbeiten geleistet, 1.620 m2 Straßen- und Wegebau hergestellt, 32 m Bahnsteigkante und 60 m2 Bahnsteig ge-baut. Darüber hinaus war 130 m Gleisbau nötig und 250 t Gleisschotter und 16.500 t Boden mussten entsorgt wurden.

Beeindruckende Zahlen, die eine Ahnung von der Dimension des Projekts zulassen. Die Bauphase dauerte von April 2018 bis April 2020 und beinhaltete etliche Herausforderungen: Dreimal musste der S-Bahn-Verkehr komplett gesperrt werden, ansonsten musste die S-Bahn auch bei laufenden Bauarbeiten weiter über die Unterführung fahren können. Auch die Koordination war nicht einfach. Mit der Gemeinde Poing, DB Netz und DB Station&Service gab es drei Kreuzungsbeteiligte.

Aber es hat sich gelohnt: 140 Meter verbinden Poing Nord und Poing Süd, zwei barrierefreie Rampen und zwei Treppenanlagen führen zum Bahnsteig und eine wunderschöne Effektbeleuchtung setzt das monumentale Bauwerk entsprechend in Szene. "Die Unterführung ist sehr schön geworden.", sagt Helmut Sloim von der ARGE Poing "Am Bergfeld". "Wir sind froh, dass wir unseren Beitrag zu diesem Gemeinschaftsprojekt mit der Gemeinde Poing leisten konnten. Für die Gesamtidentität des Ortes ist die Unterführung eine entscheidende Achse, die von Poing Süd über das Zentrum in den Bergfeldpark reicht und den großen Naher-holungsraum für ganz Poing noch besser erschließt und jetzt sogar auf direktem Weg."

Letztlich ist die Unterführung nicht nur eine Unterführung. Die Unterführung ist auch ein Übergang. Von der äußerst erfolgreichen Ära Hingerl in eine neue Phase der Ortsentwicklung, die den innovativen Charakter der Gemeinde fortführen wird. Es ist ein großes Erbe auf dessen Basis eine neue Ära beginnen kann. Es ist ein solides Fundament für die Bewältigung der neuen Herausforderungen einschließlich der Corona-Krise und bietet zahlreiche Chance und Optionen. Es ist ein bedeutendes Erbe, aber es liegt auch in den besten Händen.

Thomas Schächtl, ARGE Poing „Am Bergfeld“

Nächtliche Arbeiten

Im Zuge der Umsetzung des Bauprojektes „Eisenbahnüberführung Neue Ortsmitte Poing“ waren auch sporadische Nachteinsätze notwendig. Arbeiten in Gleis- und Bahnsteignähe durften aus Sicherheitsgründen nur bei ruhender Schienenverkehr, zwischen 24:00 und 5:00 Uhr, durchgeführt werden.

Eingelöstes Versprechen für die neue Eisenbahnüberführung: Pilgerreise nach Altötting

Externer Link zum Film auf YouTube

Weitere Filme über die Gemeinde Poing finden Sie auch auf der Internetseite Poing Lokal TV von Interpressmedia. Vielen Dank an Laszlo Bacs!  

(pm) Man glaubt es kaum. Nach fast 30 Jahren Diskussionen und Warten wird nun endlich in Poing die sogenannte Eisenbahnüberführung (Fuß- und Radwegunterführung) in der Neuen Ortsmitte gebaut.

Die Fertigstellung ist Ende 2019 vorgesehen. Bürgermeister Albert Hingerl hat vor Jahren öffentlich versprochen, nach Altötting zu wallfahrten, wenn er das noch „erleben“ darf. Dieses Versprechen hat er inzwischen zusammen mit Gemeinderatsmitglied Reinhard Tonollo eingelöst. Los ging es am Freitag, den 28.09.18 um 7.00 Uhr in Poing. Am Sonntag, den 30.09.2018 trafen sie in Altötting ein.

Baubeginn

Eisenbahnüberführung „Neue Ortsmitte Poing“  am 22. Mai 2018 hatten die Bauarbeiten begonnen

(so) Die von den Bauarbeiten ausgehenden Störungen wurden so gering wie möglich gehalten. Trotzdem ließen sich Beeinträchtigungen, Lärmbelästigungen und Nachtarbeiten nicht gänzlich ausschließen.

Im Zuge der Umsetzung des Bauprojektes wurde ab dem 22. Mai 2018 die P+R Anlage Bahnhofstraße komplett gesperrt.

Der Busverkehr war durch die Baummaßnahme nicht betroffen. Die Zugänge zu den Bahnsteigen und für die anliegenden Gewerbetreibenden blieben in allen Bauphasen erhalten.

Beschluss

Der Gemeinderat hat in seiner öffentlichen Sitzung am 26.03.2015 beschlossen, dass der Neubau der Eisenbahnüberführung Ortsmitte zusammen mit dem barrierefreien Ausbau im Rahmen des Bayernpakets 2018 erfolgen soll.

Die geplante neue Fuß- und Radwegverbindung zwischen dem alten Ortskern von Poing südlich der Bahn und der „neuen Ortsmitte“ im Norden wird die vorhandene zweigleisige, elektrifizierte Eisenbahnstrecke 5600 von München Ost nach Simbach (Inn) in Bahn-km 16,419 kreuzen. Die Strecke 5600 gehört zum TEN-Netz. Die neue Kreuzung liegt im Bereich der Bahnsteige des Haltepunktes Poing.

Der Haltepunkt Poing wird parallel zur Errichtung der Kreuzungsmaßnahme barrierefrei ausgebaut.
Die neue Kreuzung wird als Eisenbahnüberführung hergestellt.

Beteiligte an der Kreuzung sind die DB Netz AG als Baulastträger des Schienenweges und die Gemeinde Poing als Baulastträger des Fuß- und Radweges. Baulastträger des barrierefreien Ausbaues des Haltepunktes ist die DB Station&Service AG.

Die wesentlichen Eckdaten des Bauprojektes:

- Planfeststellungsverfahren ist abgeschlossen
- Kreuzungsvereinbarung ist abgeschlossen
- Ab Anfang Mai 2018: Realisierung mit insgesamt zwei Wochenend-Totalsperrungen für den Einbau der Hilfs- und Behelfsbrücken (Ende Juni 2018, Mitte Juli 2018) und mit zwei aufeinander folgenden eingleisigen Sperrungen Totalsperrungen für den Ausbau der Hilfs- und Behelfsbrücken (zu Ostern 2019 vom 18. bis 23. April)
- Fertigstellung ist für Ende 2019 geplant.

Im Zuge der Umsetzung des Bauprojektes „Eisenbahnüberführung Neue Ortsmitte Poing“ wurden Ende Februar 2018 Baumfällarbeiten durchgeführt. Die Baumfällarbeiten wurden mit den Naturschutzbehörden abgestimmt und auch artenschutzrechtliche Belange wurden berücksichtigt.