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Mit echtem Ökostrom die Energiewende anschieben

Energiespartipp des Monats Dezember der Energieagentur Ebersberg-München

Vor genau 20 Jahren wurde das Energiewirtschaftsgesetz reformiert. Das Gesetz soll „eine möglichst sichere, preisgünstige und umweltverträgliche leitungsgebundene Versorgung mit Elektrizität und Gas im Interesse der Allgemeinheit“ bezwecken – so steht es in §1 des Gesetzes. Jeder Verbraucher kann seitdem seinen Stromlieferanten frei wählen, da diese standortunabhängig und überregional ihre Leistungen anbieten dürfen.

Fördern Sie die Energiewende durch Wechsel zu echtem Ökostrom: Der Preis ist das eine – eine konsequente Abkehr von Atom- und Kohlestrom das andere. Anbieter von echtem Ökostrom liefern aus-schließlich und 100% regenerativ erzeugten Strom, haben keine Verflechtungen mit konventionellen Atom- und Kohlestrom-Konzernen und fördern so aktiv und konsequent den Neubau von regenerativen Energieerzeugungsanlagen. Nur so kann der Anteil ökologischen Stroms erhöht und der Anteil von Atom- und Kohlestrom reduziert werden.

Einfacher Wechsel: Sie schließen einen Vertrag mit dem neuen Stromanbieter, alles Weitere erledigt dieser. Der Wechselprozess ist gesetzlich geregelt und läuft standardisiert ab. Der örtliche Grundversorger garantiert eine unterbrechungsfreie Versorgung.

Faire Vertragsbedingungen checken: Achten Sie auf eine kurze Kündigungsfrist (wenige Wochen), keine oder nur eine kurze Mindestvertragslaufzeit, keine Mindestabnahmemenge und keine Vorauszahlungen von mehreren Monaten.

Wertschöpfung vor Ort steigern: In den Landkreisen Ebersberg und München sind verschiedene Stromanbieter ansässig – unter Ihnen auch Gemeinde- und Stadtwerke. Durch die Auswahl eines regionalen Anbieters unterstützen Sie Ihr Stadtwerk und außerdem die lokalen Erzeuger. Fragen Sie auch beim örtlichen Versorger nach der Herkunft des Stroms.

Ökostrom-Tarife können Sie auf der EcoTopTen-Plattform des Öko-Instituts nach Anbieter und Zertifikat filtern: www.ecotopten.de/strom/oekostrom-tarife

Shopping-Pause für den Klimaschutz

Energiespartipp des Monats November der Energieagentur Ebersberg-München

Gegen Ende des Jahres steigt der Konsum immens. Der Kaufrausch zeigt sich an mit Einkaufstüten bepackten Menschenmassen in den Städten und den allgegenwärtigen Paketdienstleistern, die eine wachsende Zahl von Online-Shoppern beliefern. Das hat Auswirkungen: Fast 40 Prozent der deutschen Pro-Kopf-CO2-Emissionen werden durch den privaten Konsum verursacht.

Kauf-nix-Tag: Der letzte Samstag im November soll als kleine Auszeit vom Shopping-Wahn rechtzeitig zum Start des Vorweihnachtstrubels zum Nachdenken anregen. Warum verschwindet immer mehr Natur, warum wachsen die Abfallberge, warum sind immer mehr Menschen verschul-det? Der „Buy Nothing Day“ wurde 1992 in Nordamerika als Protest gegen menschenunwürdige und umweltzerstörende Produktions- und Handelsbedingungen ins Leben gerufen.

Schluss mit „Geiz ist geil“ und Wegwerfmentalität: Qualität statt Quantität, gebraucht statt neu, pflegen und reparieren, leihen, tauschen, verschenken, selber machen – so unterstützen Sie eine nachhaltige und ressourcenschonende Lebensweise.

Strategischer Konsum: Nutzen Sie Ihre Macht als Verbraucher! Denn wer gezielt einkauft, bestimmt mit, was produziert wird und auf welche Weise es gemacht wird.

Lassen Sie sich inspirieren: Ganz persönliche, umweltschonende (Weihnachts)geschenke finden Sie auf utopia.de/galerien/diese-persoenlichen-geschenke-kosten-fast-nichts

Fatale Fernwirkung durch Palmöl

Energiespartipp des Monats September der Energieagentur Ebersberg-München

Die Zerstörung tropischer Wälder schreitet rasant voran – auch weil Industriestaaten immer größere Mengen an Palmöl importieren. Das Abholzen von Regenwäldern in Brasilien, Indonesien, Malaysia und anderswo forciert massiv den Klimawandel. Ganze Ökosysteme und Lebensräume werden zerstört, oft wird die lokale Bevölkerung zum Umsiedeln gezwungen. Eine einzigartige Artenvielfalt schwindet rapide und unwiederbringlich.

Allgegenwärtig: Palmöl, das aus den Früchten der Öl-palme gewonnen wird, steckt heute in der Hälfte unserer Supermarktprodukte. Es wird sowohl in Lebensmitteln wie Margarine, Fertigprodukten, Pizza und Backwaren eingesetzt als auch in Kosmetika, Putzmitteln und im Autotank.

Kleingedrucktes lesen: Seit Dezember 2014 muss auf Lebensmittelpackungen angegeben werden, wenn ein Produkt Palmöl enthält. In Kosmetik-, Putz- und Waschmitteln versteckt sich der Regenwaldfresser hingegen hinter einer Vielzahl chemischer Fachbegriffe. Per Internetrecherche lassen sich palmölfreie Alternativen finden, z.B. bei www.umweltblick.de/index.php/lebensmittel

Selbst kochen, selbst entscheiden: Frische Zutaten aus regionaler, saisonaler und ökologischer Produktion bzw. aus fairem Handel stellen jedes (palmölhaltige) Fertigprodukt in den Schatten. Zum Kochen und Backen eignen sich europäische Öle aus Sonnenblumen, Oliven, Raps oder Leinsamen.

Eine umstrittene Maßnahme: Von den 1,4 Millionen Tonnen nach Deutschland importiertem Palmöl und Palmkernöl geht knapp ein Drittel in die Produktion von „Biodiesel“. An der Zapfsäule haben Sie keine Wahlmöglichkeit – wohl aber bei vielen Wegen, die auch zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit Bus und Bahn zurückgelegt werden können.

Mehr Infos unter www.regenwald.org/themen/palmoel,
www.utopia.de/galerien/palmoel-produkte-marke-palmoelfreie-alternativen, und
www.greenpeace.de/sites/www.greenpeace.de/files/publications/palmoel-indonesien-20160210.pdf

Drucker sparen – Druck ersparen im Büro

Energiespartipp des Monats Juli 2018 der Energieagentur Ebersberg-München

In Deutschland werden pro Jahr 800.000 Tonnen DIN A4-Kopierpapier verbraucht. Auf einen einzelnen Büromitarbeiter entfallen im Durchschnitt 10.000 gedruckte Seiten jährlich. Wertvolle Ressourcen können wir sparen, indem wir den Papierverbrauch konsequent reduzieren und für unvermeidliche Ausdrucke Recyclingpapier nutzen.

Das schwarze Brett oder eine Umlaufmappe plus zentrale Ablage für Infos an alle Mitarbeiter ersetzt Mehrfach-Kopien – und fördert zudem das soziale Miteinander.

Erst denken, dann drucken: Dokumente in der Druckvorschau betrachten und nur benötigte Seiten über „Auswahl/Markierung drucken“ ausdrucken. Noch besser: Wann immer möglich, Dokumente nur digital lesen, versenden und archivieren. Hilfreiche Voraussetzungen: Scan-to-Mail-Funktion am Drucker, PC-Fax sowie ein gut abgestimmtes Archivierungssystem.

Papier hat viele Seiten: Drucken bzw. kopieren Sie grundsätzlich beidseitig. Duplexfunktion als Voreinstellung, Hinweiszettel an den Geräten und eine kurze Schulung helfen bei der konsequenten Umsetzung. Sofern es die Lesbarkeit erlaubt, drucken Sie zwei Seiten verkleinert auf eine.
Fehldrucke sammeln – denn sie taugen allemal als Schmier- und Notizzettel oder für einseitige Probedrucke. Achten Sie darauf, dass vertrauliche Drucke vertraulich bleiben.

Green Printing Software hilft, effizient zu drucken und den Papier- und Tintenverbrauch zu reduzieren, z.B. GreenPrintWorld oder CleverPrint2011.

Mehr Infos: www.umweltbundesamt.de/publikationen/papier

Mit wenig Aufwand Heizenergie sparen

Energiespartipp des Monats Oktober der Energieagentur Ebersberg-München

Heizen ist teuer und auch mit Abstand größter Energieverbraucher und CO2-Verursacher. Doch mit wenig Aufwand und geringen Investitionen lassen sich Heizkosten sparen und die Umwelt schonen.
 
Dicht machen: Wenn wertvolle Wärme durch undichte Fenster und Türen, ungedämmte Rollladenkästen und Heizkörpernischen verloren geht, lohnt sich ein Abdichten und Isolieren durch geeignetes Material aus dem Baumarkt. Wenn Heizungsrohre durch ungeheizte Räume verlaufen, hilft eine Ummantelung aus Schaumstoff gegen ungewollte Wärmeverluste. Wer Rollläden hat, sollte sie in der kalten Jahreszeit nach Einbruch der Dunkelheit herunterlassen. Das verringert Wärmeverluste an Fenstern um bis zu 20 Prozent.
Luft ablassen: Entlüften Sie zum Beginn der Heizperiode alle Heizkörper, um Leistungseinbußen zu vermeiden.

Auf www.heizspiegel.de/richtig-heizen/bilderstrecke-heizung-entlueften sehen Sie in einer Bilderserie, wie Sie das selber machen können.Die Kür – der hydraulische Abgleich: Wenn Heizkörper unterschiedlich warm werden, obwohl das Thermostat bei allen Heizkörpern gleich eingestellt ist, oder Strömungsgeräusche in der Heizung auftreten, hilft ein hydraulischer Abgleich. Dabei werden die Druckverhältnisse innerhalb des Heizungssystems ausgeglichen. Fragen Sie Ihren Heizungsinstallateur nach möglichen Fördergeldern.
Anschauliche Anleitungen und noch mehr Tipps finden Sie unter www.co2online.de/energie-sparen/heizenergie-sparen/heizkosten-sparen/richtig-heizen-die-10-besten-tipps

Klimatipp für Leseratten

Energiespartipp des Monats August der Energieagentur Ebersberg-München

Für gedruckte Bücher werden Bäume gefällt. Von den knapp eine Milliarde Büchern, die deutsche Verlage pro Jahr produzieren, werden noch mehr als 80 Prozent auf Frischfaserpapier gedruckt. Diese Art der Papierproduktion erfordert große Mengen Wasser und Chemikalien. Rein statistisch betrachtet liest jeder Deutsche im Durchschnitt pro Jahr etwa zehn Bücher mit etwa 200 Seiten.

Wie können Leseratten ihren Lesehunger am umweltfreundlichsten stillen?
Papier oder Pixel: Das Ökoinstitut hat die Energiebilanz von E-Book-Readern und gedruckten Büchern verglichen. Fazit: Bei mehr als zehn Büchern pro Jahr liegt der E-Book-Reader vorn – trotz seines deutlich höheren ökologischen Rucksacks bei der Produktion. Im Gebrauch sind moderne Geräte extrem sparsam und, mit grünem Strom geladen, umweltfreundlich. Je länger der Reader im Einsatz ist, desto besser für die Umweltbilanz. Ein ausgedienter E-Book-Reader gehört nicht in den Hausmüll, sondern zum Elektroschrott.

Bücherfreunde punkten, wenn ihre Bücher nicht im Regal verstauben, sondern durch viele Hände gehen. Die Ökobilanz verbessert, wer Bücher verschenkt, Lesestoff auf Flohmärkten oder in Antiquariaten kauft oder verkauft, Büchertauschschränke oder Online-Tauschbörsen nutzt.

Umweltmäßig unschlagbar und komfortabel ist das Leihen von Büchern in Bibliotheken, die eine große Auswahl an Büchern, sowohl hochaktuelle als auch Klassiker, günstig oder sogar umsonst bieten. Fachbücher aus unterschiedlichsten Themenfeldern und Zeitschriften runden das Angebot ab. Positiver Nebeneffekt: Sie haben viel mehr Platz zu Hause.

Radlkilometer statt Autokilometer

Energiespartipp des Monats Juni 2018 der Energieagentur Ebersberg-München

Fast die Hälfte aller Autofahrten ist kürzer als fünf Kilometer, knapp ein Viertel sogar kürzer als zwei Kilometer. Unsere täglichen Wege sind oft von Gewohnheiten bestimmt, und so steigen wir ins Auto, obwohl andere Verkehrsmittel unter vielerlei Aspekten günstiger wären. Umdenken lohnt sich: Auf diesen Strecken ist man mit dem Rad sogar schneller am Ziel als mit dem Auto.

Null-Emissionsfahrzeug Fahrrad: Wer mit dem Rad fährt, ist individuell und kostengünstig unterwegs und schützt aktiv das Klima: Jeder Kilometer, der mit dem Fahrrad statt mit dem Auto zurückgelegt wird, erspart dem Klima rund 140 Gramm CO2.

Mehr als ein Fortbewegungsmittel: Die Bewegung bringt Lebensfreude, fördert die Fitness und baut Stress ab. Wer radelt, tut nicht nur was für die eigene Gesundheit, sondern verbessert die Lebensqualität aller: Weniger Lärm, weniger Abgase, weniger Stau, weniger Flächenverbrauch, auch für’s Parken. Denn bei der Stellfläche gilt: 1 Auto = 10 Fahrräder!

Mit der richtigen Ausstattung wird das Fahrrad außerdem zum Lastenträger: Fahrradanhänger für Kinder oder größere Einkäufe, Packtaschen oder Körbe für den kleinen Einkauf oder die Aktentasche auf dem Weg in die Arbeit. Mit einem Elektrofahrrad („Pedelec“) erweitern Sie Ihren Radius für komfortables, schweißfreies Radeln erheblich – unabhängig von Alter und Fitness. Ein stetig wachsendes Angebot an Lastenrädern erobert weitere Einsatzbereiche.

Mach mit beim STADTRADELN.

Öfter mal abdrehen

Energiespartipp des Monats Mai 2018 der Energieagentur Ebersberg-München

Warmwasser trägt mit etwa 15 Prozent zum Energieverbrauch im Privathaushalt bei. Mit kleinen Verhaltensänderungen und einfachen technischen Lösungen lässt sich jede Menge Wasser und damit auch Energie sparen.

Man muss nicht gleich zum Kaltduscher werden: Wer einen Sparduschkopf verwendet und zwischendrin beim Einseifen das Wasser abdreht, reduziert spürbar Wasser- und Energieverbrauch. Ein Vollbad benötigt ca. 120 Liter Warmwasser. Mit einem Sparduschkopf mit einer Durchflussmenge von 6 Liter pro Minute reicht diese Wassermenge für 20 Minuten Duschvergnügen – oder aber für 4 mal 5 Minuten lang duschen. Durch Verwirbeln der Wassertropfen mit Luft liefern Sparduschköpfe ein gewohnt prickelndes Duscherlebnis.

Öfter mal abdrehen gilt auch für das Zähneputzen, Rasieren und Einseifen beim Händewaschen. Sparperlatoren begrenzen auch hier den Durchfluss ohne Komfortverlust. Und zum Händewaschen reicht ja eigentlich auch kaltes Wasser …

Öfter mal abschalten: Wer elektrische Kleinspeicher zur Warmwasserbereitung nutzt, sollte diese bei Nichtgebrauch – nachts und in Urlaubszeiten – ausschalten. Das gleiche gilt, wenn Sie bei der zentralen Warmwasserbereitung eine Zirkulationspumpe nutzen.

Wer es ganz genau wissen will: Ist unsere Wasserversorgung fit für den Klimawandel? Müssen wir viel Wasser benutzen, um das Leitungsnetz zu spülen? Unser Wasserfußabdruck im Ausland – Fakten, Hintergründe und Empfehlungen finden Sie auf in der Broschüre „Wassersparen in Privathaushalten: sinnvoll, ausgereizt, übertrieben?“

Bärbel Zankl
Energieagentur Ebersberg-München gGmbH