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Wahlplakate

Albert Hingerl Erster Bürgermeister

Erklärung des Ersten Bürgermeisters zu den Wahlplakaten der AFD

Seit Dienstag wirbt die AfD auch in Poing unter anderem mit einem Plakat, das ein blondes Mädchen im karierten Kleid zeigt, den Arm triumphierend nach oben gestreckt. Unter dem Foto steht "Islamfreie Schulen", darüber "Deutsche Leitkultur".

Wahlprogramm für die bayer. Landtagswahl (laut Zeitschrift Focus vom 08.09.2018): „Dem Islam als politische Ideologie dürfe kein Platz an Schulen eingeräumt werden. Der Islamunterunterricht an bayer. Schulen soll daher abgeschafft bzw. seine Neueinführung verhindert werden.“

Solche Parolen beschädigen das Zusammenleben an den Schulen und damit auch das Gemeindeleben. Sie machen deutlich, dass sich diese sogenannte Partei nicht nur am rechten Rand bewegt, sondern mehr und mehr an die Nazi-Propaganda anknüpft und versucht, die Demokratie und den gesellschaftlichen Pluralismus zu vergiften.

Es gilt, das Abrutschen eines Teils der bundesrepublikanischen Bevölkerung in den braunen Sumpf und damit die Spaltung der Gesellschaft mit allen demokratisch legitimierten Mittel zu verhindern. Insbesondere dürfen unsere Kinder und damit Schülerinnen und Schüler diesen Hetzern nicht als Zielgruppe überlassen werden.

Akzeptanz fördert Integration, Ausgrenzung fördert Radikalismus. Den dumpfen Parolen dieser fremdenfeindlichen Hetze gilt es deshalb die Willkommenskultur und ein friedliches, vielfältiges Miteinander entgegen zu setzen.

Simone Fleischmann, Präsidentin des BLLV, hat hierzu folgende Aussage getroffen:
„So ein Plakat befeuert bestimmte Stimmungen, die vor der Schultür nicht haltmachen, und das ist gefährlich!“

Ich rufe deshalb den Poinger Gemeinderat und alle Poinger Bürger dazu auf, die verfassungsgemäßen Rechte unserer muslimischen Mitbürgerinnen und Mitbürger aber auch die der in Poing lebenden Bürger aus gesamt 100 Nationen zu schützen.


Wir wollen die Würde und die Freiheit des Glaubens aller Poinger Kinder fördern und auch im Unterricht unserer drei Grundschulen, der Mittelschule, der Realschule, des Förderzentrums gesamt etwa und des zukünftigen Gymnasiums die Religionsvielfalt erhalten.

Hierzu verweise ich auch auf unser Grundgesetz:
„Artikel 4
(1) Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich.

(2) Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet.“


Albert Hingerl
Erster Bürgermeister