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Rückblick zur Informationsveranstaltung am 07.10.2015

Am 07.10.2015 fand im Saal des Pater-Rupert-Mayer-Hauses, Gebrüder-Asam-Straße, eine Informationsveranstaltung der Gemeinde Poing zum Thema „1 ½ Jahre Flüchtlinge in Poing – Sachstand, Erfahrungen, Ausblick“ statt. Herr Erster Bürgermeister Hingerl moderierte durch den Abend und zeigte auf, dass er lang- und mittelfristige Planungen auf Bundes- und Landesebene zu den offenen Flüchtlingsfragen vermisse. Er rechne nicht damit, dass die Flüchtlingsströme bald abreißen werden.

Frau Wolinsky, Leiterin Sachgebiet Sozialhilfe im Landratsamt Ebersberg, sowie Frau Mirjana Simic, Integrationsbeauftragte im Landratsamt Ebersberg, stellten die aktuelle Situation der Zuweisungen, die Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz sowie die rechtlichen Voraussetzungen und Erfahrungen im Zusammenhang mit Beschäftigungs- und Ausbildungsverhältnissen dar.  

Es erging ein besonderer Appell: Das Landratsamt suche dringend Wohnungen, Häuser und Grundstücke im Landkreis Ebersberg, die es für Asylbewerber mieten oder pachten könne. Wenn Sie im Besitz einer leerstehenden oder gerade freien Immobilie sind, melden Sie sich bitte unter Telefonnummer (08092) 823 199 im Landratsamt Ebersberg. Per E-Mail können sich Interessierte an die Adresse vorzimmer-abteilung2(at)lra-ebe.de wenden. 

Eine für die Gemeinde Poing besonders wichtige Information: Das Landratsamt gab bekannt, dass in Grub aller Voraussicht nach eine Traglufthalle zur Unterbringung von 300 Flüchtlingen erstellt werden wird.

Frau Carolina Phillips, Leiterin des Asylprojektes im Familienzentrum Poing e.V., sowie Herr Klaus Halbeck, Leiter des Unterstützerkreis Asylbewerber, stellten die umfangreiche ehrenamtliche Arbeit dar. Ein wesentlicher Bestandteil seien das Angebot von Deutschkursen sowie die Betreuung von Asylbewerbern durch Patenschaften (z.B. bei Behördengängen, Arztterminen).

Sie appellierten besonders an die Poinger Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber, Arbeitsstellen auch mit Asylbewerbern zu besetzen. Die Ansprechpartner im Landratsamt würden hier eine kompetente Beratung und Hilfestellung ermöglichen.

Herr Florian Fischer, Inhaber des Cateringbetriebes Köstlich & Co. OHG, Siemensallee 2, berichtete in diesem Zusammenhang von seinen positiven Erfahrungen. So hat er bereits drei Flüchtlinge in seinem Unternehmen beschäftigt.

Daneben erging die Bitte seitens des Helferkreises, sich ehrenamtlich zu engagieren. Gesucht würden insbesondere Personen, die für die Begleitung bei Behördengängen tagsüber unter der Woche Zeit hätten. Angebote können gerne per E-Mail an die Adresse asylfragen-poing(at)web.de ergehen.

Frau Christine Bloch, Leiterin der „Poinger Tafel“, berichtete, dass jeden Mittwoch von 10.00 bis 11.00 Uhr in der Christuskirche Lebensmittel für Bedürftige ausgegeben werden. Konflikte zwischen Poinger Bedürftigen und Asylbewerbern gebe es dabei nicht.

Herr Günter Furtner, Erster Vorsitzender des Gewerbeverbands Poing, betonte die Wichtigkeit eines gesicherten Bleiberechts für die Vermittlung in Ausbildungs- oder qualifizierte Arbeitsstellen.

Herr Erster Polizeihauptkommissar Helmut Hintereder, Leiter der Polizeiinspektion Poing, stellte aufgrund seiner Erkenntnisse und polizeilicher Statistiken dar, dass es keinen Zusammenhang zwischen der Unterbringung von Asylbewerbern und der Anzahl von Straftäten gäbe. Die Flüchtlingsunterkünfte würden durch die Polizei regelmäßig im Rahmen des Objektschutzes mehrfach täglich bestreift.

Die Gemeinde Poing zeigte ferner in einem Vortrag die technischen und rechtlichen Aspekte und Probleme zur Thematik „offenes WLAN“ bzw. „Freifunk“ auf.

Die gezeigten Präsentationen sowie den Flyer des LRA Ebersberg zu den Arbeitsmöglichkeiten von Asylbewerbern finden Sie am Ende dieses Artikels zum Download.

Die Gemeinde Poing dankt allen Besucherinnen und Besuchern, den Referentinnen und Referenten sowie den Vertretern der Presse für ihr Erscheinen sowie die umfangreiche Beteiligung durch Wortmeldungen an diesem Abend.

Herr Erster Bürgermeister Albert Hingerl: „Ich danke allen ehrenamtlich Tätigen für ihr großes Engagement. Ohne das beherzte Eingreifen und die Hilfe vor Ort wäre das harmonische Miteinander zwischen Flüchtlingen und den Poinger Bürgerinnen und Bürgern in dieser Weise nicht möglich gewesen.“

Die Gemeinde Poing wird selbstverständlich auch in Zukunft die Bürgerinnen und Bürger in geeigneter Weise informieren.

In Folge ist auch eine Informationsveranstaltung zu Grub geplant, sofern dort die Traglufthalle des Landratsamtes realisiert werden wird.

Sonntagshase und Forstlauf

Der Stoffladen Sonntagshase hat eine Super-Initiative auf die Beine gestellt: Die Nähgruppe von Doren Richter möchte Taschen für die Asylbewerber aus Poing, aber auch aus andere Orten, nähen und sie mit Hygieneartikeln füllen. Der Unterstützerkreis aus Poing hat das Angebot angenommen.

Mehr Info über das Projekt finden Sie hier.

Am 7. Oktober nahmen mehr als 25 Asylbewerber und Helfer aus Poing beim Forstlauf in Anzing teil. Sie traten beim 5 km- und 10 km-Lauf an. Mit ihren ihren Käppis 'Wir lieben Poing' waren sie leicht erkennbar.

 

 

Pizzaessen und Fahrradtraining

Während den Ferien hat der Poinger Helferkreis keine Pause gemacht, sondern mit Deutschunterricht und Events weitergemacht.

Am 22.07.2015 organisierte der Helferkreis in Zusammenarbeit mit der Polizei eine Verkehrsbelehrung mit Fahrrädern. Alle Asylbewerber (15 Leute), die daran teilgenommen haben, waren davon begeistert und hatten viel Spaß.
 
Im August hat Frau Lena Raß aus Poing, ein Gutschein von 100 Euro für Essen an unsere Asylbewerber verschenkt. Mit diesem Gutschein haben wir 20 Pizzen bestellt und am 27.08.2015 nach dem Deutschunterricht ein Pizzapary in der Evangelischen Kirche organisiert.

Alle Mithelfer und Asylbewerber haben sich sehr gefreut, gemeinsam Pizzen essen zu können.