Kommen Sie vorbei: Fahrradwerkstatt Poing, nicht nur für Migranten

Energie- und Umweltbeirat – Tipp im Februar

Gleich nach der Migrationskrise wurde deutlich, dass Transport in Deutschland notwendig, aber leider auch teuer ist. Für Geflüchtete ein großes Problem. Aus dieser Not wurde die Fahrradwerkstatt Poing geboren. Das katholische Pfarramt St. Michael stellte die Räumlichkeiten in der Anzingerstrasse 16 für die Werkstatt zur Verfügung, Dennis Urban und Ralf Grabenhorst (vorher Fahrradwerkstatt Pliening) besorgten alte Fahrräder und Werkzeug und öffneten jeden Sonntag von 10-12 Uhr. Migranten konnten dort für sich ein Fahrrad aussuchen und es dann – unter Anleitung durch die beiden Helfer Dennis und Ralf – herrichten, so dass es fahrtüchtig und verkehrstauglich war. Das reparierte Fahrrad konnte dann für einen geringen Preis erworben und mitgenommen werden. Nachdem die beiden das einige Jahre jeden Sonntag gemacht hatten, wurde das doch zu viel und Jeroen Buters und Uli Bardolatzy übernahmen vorletztes Jahr die „Leitung“. Dennis und Ralf arbeiten aber immer noch mit, außerdem helfen Thomas Belzner und Daniel Winkler bei Bedarf aus und ab und zu noch die Söhne Torsten Buters oder Max Rißmann.

Wie läuft es denn dort so?

Jede/r, die/der etwas an ihrem/seinem Fahrrad reparieren möchte, kann mit dem Rad vorbeikommen und es dort – bei Bedarf mit Unterstützung durch einen der Helfer – reparieren. Ersatzteile können gratis aus den vorhandenen Schrotträdern recycelt werden, ein paar Sachen kann man auch zum Selbstkostenpreis kaufen. Wer kein Fahrrad hat, kann eines aus dem Fundus aussuchen, reparieren und gegen einen Unkostenbeitrag von 25 € mitnehmen; ein Schloss (meistens € 10) muss dazu gekauft oder ein eigenes vorgezeigt werden.

Die Werkstatt bekommt die Fahrräder aus Schenkungen, vom Wertstoffhof oder vom Baubetriebshof.

Es gibt schöne Geschichten über die Werkstatt. Nein, einen Reifen kann man nicht auf 10 Bar aufpumpen, er explodiert. Und nein, ein Mountainbike für € 25 haben wir nicht. Und nein, den Akkuschrauber braucht man nicht um die Achse zu demontieren. Und nein, der 3 kg Hammer ist nicht für das Richten der Klingel geeignet.

Jeden Sonntag zwischen 10 und 12 Uhr

Ihr Fahrrad hat eine Macke? Die Fahrradwerkstatt hat drei Arbeitsplätze mit ausreichendem und gutem Werkzeug. Kommen Sie vorbei und reparieren Sie selbst, und bei Bedarf kann Ihnen meist ein Helfer Rat geben. Und wenn Sie nach getaner Arbeit uns etwas helfen wollen, freuen wir uns über einen kleinen Arbeitsbeitrag für die Werkstatt, wie z. B. fegen, Reifen aufpumpen, ein Licht von einem Schrottrad abmontieren für unseren Teile-Fundus,… Anders als in den Anfangstagen steht die Werkstatt nicht nur Geflüchteten zur Verfügung, sondern jeder/m, die/der am Sonntag zwischen 10 und 12 in der Anzingerstrasse 16  vorbeikommt.

Ihr Energie- und Umweltbeirat