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Führung im Juli 2018

Am Dienstag, den 17. Juli 2018 erhalten interessierte Bürger die einmalige Gelegenheit um 18 Uhr an der Besichtigung der archäologischen Grabungsstelle in Poing teilzunehmen. Unter der Leitung von Archäologe Ullrich Schlitzer und seinem Grabungsteam können die Besucher archäologische Funde begutachten und neueste Informationen über die Grabungsergebnisse erhalten. Die ARGE Poing "Am Bergfeld" wird in naher Zukunft die Neubaugebiete W7 und W8 bebauen und die hierfür durchgeführten archäologischen Grabungen kommen vorerst langsam zum Abschluss. Interessierte werden eingeladen an der Besichtigung um 18 Uhr teilzunehmen. Treffpunkt ist in der Bergfeldstraße 2 in Poing. Die Veranstaltung wird ausschließlich bei trockenem Wetter durchgeführt.

Thomas Schächtl, Schwebende Elefanten für die ARGE Poing Am Bergfeld

Vorbereitungen für archäologische Untersuchungen

Die ARGE Poing „Am Bergfeld“ bereitete die Flächen nördlich der Wohngebiete Zauberwinkel und Seewinkel für archäologische Untersuchungen vor.

Seit Montag, den 15.01.2018 fanden nördlich der Bergfeldstraße Bodenarbeiten zur Vorbereitung der archäologischen Untersuchungen statt. Die ARGE Poing „Am Bergfeld“ ließ in den kommenden Wochen auf einer Fläche von 20 ha ca. 30 cm Oberboden abtragen, um die unter der Erde liegenden Erddenkmäler freizulegen. Damit wurde die Rotlageschicht sichtbar und mit ihr darunter verborgene Siedlungsstrukturen, die von Archäologen dokumentiert und analysiert wurden.

Für die archäologischen Arbeiten ist das Büro Planateam München von Ulrich Schlitzer verantwortlich, welches bereits die vorherigen Wohngebiete betreut hat. Nach den Erkenntnissen der letzten Untersuchungen der Lagerflächen nördlich des Bergfeldsees sind auch auf den weiteren Flächen Siedlungsspuren zu erwarten: „Poing war in der prähistorischen Zeit, in der römischen Kaiserzeit und auch dem Mittelalter ein relativ dicht besiedelter Raum, was für Archäologen natürlich ein spannendes Projekt und viele Erkenntnisse verspricht.

Hier haben die Menschen früher wie heute gerne gelebt. Vielleicht finden wir neben Wirtschaftsgebäuden und Wohnhäusern noch andere interessante Funde.“, sagt Chefarchäologe Ulrich Schlitzer. Auch für Ulrich Schlitzer werden die weiteren Untersuchungen sehr spannend, zumal es sich bei den Poinger Flächen um eines der großen zusammenhängenden Untersuchungsgebiete in der näheren Umgebung handelt.

Laut Flächennutzungsplan soll auf den Flächen der Grabungsstelle Wohnraum entstehen, den die Gemeinde Poing vorrangig als bezahlbaren Mietwohnraum konzeptionieren will. Ein Teil des Gebietes soll auch für Poings neues Gymnasium genutzt werden. „Gemeinde und Gemeinderäte arbeiten zusammen mit Fachplanern an einer zukunftsfähigen Lösung. Diese Bauflächen bieten eine großartige Chance, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen und die Lebensqualität weiter zu erhalten. Poing kann durch die Ortsentwicklung nicht nur zu einem bedeutenden Bildungsstandort der Region werden, sondern auch neue Naherholungsräume, neue Wohnformen und interessante Dienstleistungsangebote schaffen. Dabei stehen wir natürlich vor großen Herausforderungen: Die Mobilität muss hergestellt und bewältigt werden, zudem müssen weitere Kinderbetreuungseinrichtungen gebaut und Angebote für Jugendliche und Senioren geplant werden.“, sagte Poings Erster Bürgermeister Albert Hingerl.

„Uns ist es wichtig, dass die Archäologen gewissenhaft arbeiten können. Schließlich ist die Siedlungsstruktur im Raum Poing historisch interessant und verbunden mit einer langen Tradition. Wir wollen die Arbeiten der Archäologen, wie wir das auch schon bei der Untersuchung der Lagerflächen gemacht haben, wieder der Öffentlichkeit zugänglich machen und die Ergebnisse und Funde in unterschiedlichen Aktionen präsentieren.“, sagt der Sprecher der ARGE Poing „Am Bergfeld“, Helmut Sloim und ergänzt: „Auch wenn es für die Wohnungsbaugesellschaften, die diese Arbeit bezahlen, sicher günstiger wäre, wenn nicht so viele Funde auf der Fläche zum Vorschein kämen, sind wir gespannt auf das Grabungs- und Untersuchungsergebnis.“

Thomas Schächtl für „Schwebende Elefanten“
Standortmarketing und Kommunikation

Archäologie in Poing

(na) Die Programm-Reihe "Archäologie in Poing", bei welcher in Vorträgen, einer Ausstellung zum Fürstengrab und Führungen über die Ausgrabungen Poings frühe Schätze und archäologische Spuren vorgestellt werden und ein Überblick über die archäologischen Ausgrabungen der letzten Jahrzehnte gegeben wird, findet großen Zuspruch. Ergänzend zu einer chronologischen Übersicht werden auch detailliertere Forschungsergebnisse vorgestellt.

Die Ausstellung
"Naturwissenschaften und Archäologie – die Geheimnisse hinter Hölzern und Samen" in der Ausstellungsvitrine des Poinger Rathauses präsentiert aktuelle Ergebnisse der Altersbestimmung mittels C14-Analysen und der Dendrochronologie sowie zur Umweltrekonstruktion mittels paläobotanischer Auswertungen. Die Ausstellung knüpfte an den Vortrag von Barbara Zach-Obmann vom 19.02.2016 zu den paläobotanischen Ergebnissen an und war einige Wochen im Rathaus ausgestellt.

Vortrag
Hölzer berichten aus der Vergangenheit - Dendroarchäologische Untersuchungen frühmittelalterlicher Holzbrunnen der Münchner Schotterebene

Neben häufiger auftretenden archäologischen Funden wie Keramik, Stein oder Knochen, wird bei Bedingungen unter Luftausschluss auch organisches Material wie etwa Holz konserviert. Mit den richtigen Methoden ist es möglich, diese Reste zum Sprechen zu bringen. So lässt sich z.B. aus Jahrringmustern nicht nur Klima- und Umweltgeschichte, sondern auch menschliches Wirken oder die Herkunft des Holzes rekonstruieren. Eine Untersuchung frühmittelalterlicher Holzbrunnen in der Schotterebene soll Erkenntnisse zur Wald- und Baugeschichte dieser Zeit bringen. An Beispielen aus Poing und Aschheim werden die Analysen nachvollziehbar dargestellt. 
 
Den Vortrag hielt Julia Weidemüller vom geographischen Institut der Universität Bonn. Mit einer Einführung von Petra Haller, PLANAteam, wurde die das Thema begleitende Ausstellung eröffnet. Der Vortrag vom 02.12.2016 von Julia Weidemüller erläuterte die Vitrinenausstellung die im Poinger Rathaus zu sehen war.

Kontakt: Birgitta Nagel, Kulturamt der Gemeinde Poing, E-Mail schicken

Archäologische Siedlungsstrukturen am Poinger Bergfeldsee entdeckt

Bei den Erdarbeiten in der Nähe des Poinger Bergfeldsees wurden 2016 mögliche archäologische Funde entdeckt. Die ARGE Poing „Am Bergfeld“ ließ auf dem 1,5 ha großen Grundstück (Flur 1525 (T) und 1542 (T)) im Zeitraum von Mitte September bis Ende Oktober den Oberschichtbelag abtragen. Der gewonnene Humus und die Rotlage dienten der Verarbeitung im gegenüber liegenden Baugebiet „Seewinkel“.

Während des Oberflächenabtrags wurden auf dem Gelände alte Siedlungsstrukturen sichtbar, die in den  von Archäologen ausgegraben und untersucht wurden. Am 08.11.2016, luden Poings Erster Bürgermeister Albert Hingerl und der Sprecher der ARGE Poing „Am Bergfeld“, Helmut Sloim, zu einem Pressetermin an der Grabungsstelle nördlich des Bergfeldsees ein. Die Grabungsmannschaft des Planateams hatte unter der Leitung von Ulrich Schlitzer über die vermuteten Funde und die erkennbaren Siedlungsstrukturen informiert. Die Besucher konnten damals den Archäologen bei der Arbeit zusehen und erste Fundstücke betrachten. Grabungsleiter Ulrich Schlitzer führte die Gruppen am 15.11.2016 über die Ausgrabungsstelle.

Hintergrundinformationen
Ausschnitt aus dem Kurzbericht der Grabungsstelle: "Es wurden vor Ort ca. 200 (194) sichere oder zumindest wahrscheinliche archäologische Befunde registriert. Darunter stellten Pfostengruben den Löwenanteil, u. a. von verschiedenen Hausgrundrissen unterschiedlicher Größe und Orientierung. Insgesamt wurden vorläufig mehrere kleineren 4-/6-Pfostenbauten und min. ein großformatiger, W-O orientierter Grundriss (zusammen 7 Pfostenhäuser) belegt.

Zwei weitere, unvollständige Grundrisse scheinen unter die Grabungsgrenze im Norden und Westen zu ziehen, was darauf hindeutet, dass sich die archäologischen Spuren weiter in diese Richtung erstrecken. Zudem gab es eine kleine Menge Siedlungsgruben unbekannter Funktion auf der Fläche. Die Befunde streuten locker über die Fläche. Manche von ihnen sind daher in der Ansprache fraglich.

Hauskonzentrationen konnten im Südwesten der Fläche erkannt werden. Sie bilden die Fortsetzung der Siedlungsstrukturen, welche 2015 im Nordwesten des südlich anschließenden Grabungsareals entdeckt wurden. Es ist anhand beider Grabungspläne eindeutig zu erkennen, dass sich weitere Siedlungsbefunde auf der westlichen Nachbarflur weiter in Richtung Westen und Nordwesten erstrecken werden."

Einschätzung und Bewertung der sichtbaren Siedlungsstrukturen durch den Grabungsleiter Ulrich Schlitzer: „Aus der letztjährigen Maßnahmen wissen wir, dass sowohl mit metallzeitlichen (hallstattzeitlich, Urnenfelderzeitlich) als auch mittelalterlichen Funden zu rechnen ist. Gerade die Kombination aus W-O orientierten Wohnhäusern und kleineren Wirtschaftsnebengebäuden in so genannten Hofarealen weist in das Mittelalter.“ (Quelle: Thomas Schächl Kommunikation)

Ausstellungsvitrinie

2005 wurden die Beigaben dieses "Fürsten" in einer Ausstellung in Grub erstmals der Öffentlichkeit in Poing gezeigt. Im Rahmen der aktuellen Vortragsreihe zu Poings archäologischen Schätzen war es erneut möglich, Repliken dieser Grabausstattung in einer Ausstellung im Erdgeschoss des Poinger Rathauses zu sehen. Illustriert und begleitet wurde diese Vitrinenausstellung durch ein informatives Video und einen Vortrag der Archäologin Petra Haller. Die Ausstellung endete am 23.11.2016.

Rückblicke

(na) Am 10. Juni 2016 fand der Vortrag von Petra Haller: Das „Poinger Wagengrab“ - Die letzte Reise eines bronzezeitlichen "Fürsten" um 1200 v. Chr im Poinger Rathaus statt.

Spektakulär waren die im Zuge großflächiger archäologischer Ausgrabungen nördlich des Poinger Bahnhofes und der Gruber Straße Ende der 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts untersuchten Gräber eines "Adelsfriedhofes". Doch die Bestattung des jungen Mannes übertraf schon damals alle Erwartungen der Archäologen. Es waren vor allem die Beigaben, ein vierrädriger Wagen samt Zaumzeug für zwei Pferde, das dieses Grab in den Fokus der archäologischen Forschung rückte.

Ende der Bronzezeit war es nur Mitgliedern einer besonderen Elite vorbehalten, für die letzte Reise ins Jenseits einen solchen Zeremonialwagen zu nutzen. Es war die Zeit großer Handelsströme und kultureller Kontakte bis in die Hochkulturen des östlichen Mittelmeeres. Poing muss damals an einer wichtigen Route dieses Austauschs gelegen haben und eine besondere Bedeutung zugekommen sein. Es sind nur sehr wenige solcher prächtig ausgestatteten Wagengräber nördlich der Alpen bekannt.

Poing vor 5.000 Jahren - Von der Steinzeit ins Mittelalter

Am Freitag den 15. April 2016 fand der Vortrag von Ken Massy statt. Es ging um Rituale am Ende des Lebens vor 4000 Jahren, neueste Forschungen zu den frühbronzezeitlichen Gräbern in Poing und dem Alpenvorland

Am Freitag, den 11.03.2016 wurde der Vortrag von Dr. Bernd Steidl veranstaltet. Er sprach über Kelten, Römer und Germanen, sowie neueste Forschungen zur Römerzeit im Münchner Osten.

(na) Als die Römer 15 v. Chr. den Alpenraum bis zur Donau eroberten, sollen sie antiken Schriftstellennachrichten zufolge in schwere Kämpfe mit der einheimischen Bevölkerung verwickelt worden sein. Doch sind die damaligen Bewohner des Alpenvorlandes bisher archäologisch nicht zu fassen.

Von manchen Fachleuten wird deshalb eine regelrechte Besiedlungsleere nach dem Niedergang der keltischen Kultur angenommen. Ein aktuelles Forschungsprojekt der Archäologischen Staatssammlung und des Lehrstuhl für die Geschichte der Tiermedizin der LMU München bringt jetzt Licht in einen der rätselhaftesten Abschnitte bayerischer Frühgeschichte.

Archäologische, historische und naturwissenschaftliche Untersuchungen liefern spannende Mosaiksteine für ein neues Bild der beiden Jahrhunderte um Christi Geburt.

Der Vortrag von Dr. Bernd Steidl ist war der dritte der Vortragsreihe – Archäologie in Poing: Von der Steinzeit ins Mittelalter. Fachreferenten aus der Archäologischen Staatsammlung München, der LMU in München und der in Poing tätigen Grabungsfirma PLANAteam berichten über die neuesten Forschungsergebnisse der in Poing durchgeführten Ausgrabungen.

Dr. Bernd Steidl ist promovierter Archäologe, Autor zahlreicher Fachpublikationen zur provinzialrömischen Geschichte, Leiter der Abteilung Römerzeit und stellvertretender Direktor der Archäologischen Staatssammlung München.

Weitere Informationen über die Vergangenheit der Gemeinde Poing

Chronik der Gemeinde Poing

Bildband: Poing in Wandel – Einst und jetzt

(na) Die Gemeinde Poing hat in den letzten Jahrzehnten einen beachtlichen Strukturwandel durchgemacht. Das Ortsbild, Architektur und Außenraum, haben sich sichtbar verändert. Poing hat sich vom kleinen Straßendorf zu einem Wirtschaftszentrum mit moderner Wohnbebauung gewandelt.

Peter Dreyer, ehrenamtlicher Heimatforscher, und Ludwig Huber, langjähriger Vorsitzender des Gartenbauvereins, dokumentieren seit Jahren diese Veränderungen in Poing fotografisch. Dafür danken wir Peter Dreyer und Ludwig Huber herzlich. Eine umfangreiche Auswahl historischer und zeitgenössischer Fotografien, die in der gleichnamigen Ausstellung im Rathaus im November 2014 gezeigt wurde, wird nun erstmals in einem Bildband der Gemeinde Poing veröffentlicht!

Das Besondere an diesem Bildband, die Gegenüberstellung historischer Aufnahmen mit dem heutigen Erscheinungsbild erlaubt einen direkten Vergleich zwischen Gestern und Heute. 

Die 1. Auflage erschien Ende November 2015. Der Bildband ist für 17,90 € erhältlich bei der Gemeinde Poing und in Ihrer Buchhandlung im City Center, bei der VR Bank in der Hauptstraße und der Kreissparkasse in der Marktstraße, bei der Bäckerei Heiß und bei Avril Totto und Lotto in der Poststraße in Poing.

B. Nagel, Gemeinde Poing, E-Mail schicken

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