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Zeitreise 1 – Höfe & Häuser

Kulturroute Poing: Eine Zeitreise zu historischen Stätten

Poing entwickelte sich in den letzten 100 Jahren vom kleinen Straßendorf zu einem Siedlungsschwerpunkt und attraktiven Gewerbestandort. Nur in den Ortsteilen Angelbrechting und Grub ist die dörfliche Bebauung und ihr landwirtschaftlicher Charakter noch weitgehend erhalten. Durch den Strukturwandel, den damit verbundenen städtebaulichen Herausforderungen und beeinflusst durch den Zeitgeschmack wandelte sich das Ortsbild. mehr

Konzeption: Helmut Ganslmaier, Peter Dreyer, Kulturamt Poing
Bildquellen: Bildarchiv Peter Dreyer
Grafik: Petra Haller

1. Bahnhofstraße am ehemaligen S-Bahnparkplatz in Poing-Süd

Alter Bahnweiher: Der Weiher diente als Auffangbecken bei Hochwasser und wurde nach 1945 mit dem Kriegs - Bauschutt aus München aufgefüllt. (Aufnahme von 1930.)

2. Bahnhofstraße 7

1. Mechanische Werkstätte: Auf dem Anwesen von Ludwig Lanzl arbeitete Poings erste Werkstätte für Fahr- und Motorräder. Ab 1952 befand sich hier eine Tankstelle mit einem Autoreparaturbetrieb und ab etwa 1970 eine Autovertretung (Ford). Aufnahme von 1932 mit einem Hanomag (Baujahr 1928).

3. Plieninger Straße an der Bahnunterführung

Alte Bahnunterführung: Erbaut um 1906/07. Bei Hochwasser und Schnee war die Unterführung zeitweise unpassierbar. 1975 erfolgte die Brückenerweiterung. Aufnahme von 1973.

4. Kreuzung / Neufarner Straße (Hauptstraße 1)

Altes Waaghäusl: Erbaut um 1880 als Gemeindewaage für alle landwirtschaftlichen Produkte Poings. Sie arbeitete bis etwa 1955. Aufnahme von 1920.

5. Hauptstraße / Ecke Neufarnerstraße (Hauptstraße 2)

Alte Bahnhofsrestauration und Poststation: Erbaut um 1900, wechselten die Besitzer und Namen der alten Bahnhofsgaststätte oft. Um 1915 „Restauration Josef Gerbl“, nach 1920 „Restauration Josef Greimel“, nach 1965 „Restaurant B. Liebhart“ und später das „Oldies“. Im linken Gebäudeteil befand sich einige Jahre lang die Poinger Poststation. Aufnahme um 1915.

6. Hauptstraße 5

1. Poststelle in Poing: Hier auf dem Grundstück befand sich von 1895 bis 1900 die erste Poinger Poststelle mit den Zustellbereichen Gelting, Pliening und Landsham. Posthalter war damals der Lehrer Christian Härning. Aufnahme von 1910.

7. Hauptstraße 7

Anwesen der Familie Lanzl: Erbaut um 1919 und seitdem nur geringfügig verändert. Die hier ansässige Baufirma Lanzl war über drei Generationen und über 100 Jahre in Familienbesitz. Aufnahme von 1940.

8. Hauptstraße 8

Lieblhof: Der erstmals 1416 urkundlich erwähnte Hof wurde mehrmals umgebaut. Dem Teilabriss des Wohnhauses um 1950 folgte 1953/54 der Ausbau in seiner jetzigen Form. Heutiger Besitzer ist die Familie Maurer. Aufnahme um ca. 1950. 

9. Hauptstraße 9 neben Lanzl-Wohnhaus (unbebautes Grundstück)

Gmoa-Haus: An dieser Stelle stand ursprünglich das „Gmoa-Haus“, ein Armen- und Gemeindehaus. Die Gemeinde Poing erwarb es 1884. Der Abbruch erfolgte 1976. Aufnahme von 1965.

10. Hauptstraße 11a

Ehemalige Bäckerei Johann Seidl: Das Gebäude von 1902 wurde mehrmals umgebaut, der ehemalige Schmuckgiebel um 1947 entfernt und das Gebäude durch ein Ladengeschäft erweitert. Aufnahme von 1924.

11. Hauptstraße 15

Genossenschafts-Molkerei: Erbaut 1927 für Poing und Umgebung als Sammelstelle für die täglichen Milchlieferungen. Molkereibetreiber bis zur Aufgabe der Genossenschaft 1965 war Hans Spies (sen.) 2001 wurde die Molkerei abgerissen. Aufnahme von 1950.

12. Hauptstraße (an der Mauer zum Haus Poststraße 15 montiert)

Lutzhof: Um 1689 wird der Hof als „Oswaldhof“ urkundlich erwähnt. Um 1985 wird der Hof ausgesiedelt, 1987 die heutigen Wohn- und Geschäftshäuser erbaut. Aufnahme von 1934.

13. Hauptstraße 11

Hauptstraße unter Hochwasser: Insgesamt neun Bauernhöfe säumten früher die Hauptstraße - hier auf Höhe der ehemaligen Bäckerei Seidl. Bei starkem Regen war die Straße oft überflutet. Aufnahme von 1948.

14. Hauptstraße 18

Schamper Hof: Das 1902 aufgestockte Wohnhaus des bereits 1472 urkundlich genannten Anwesens war im Besitz von Thaddäus Strasser. Nach ihm war auch das hier zwischen 1972 und 2015 entstandene Hotel Strasser benannt. Ab 2017 begann der Neubau einer Wohnanlage. Aufnahme von 1928 (Bildarchiv Peter Dreyer)

15. Hauptstraße/Endbachweg (Höhe Fußgängerampel)

Weberhof: Erste urkundliche Erwähnung um 1417. Die Aufnahme zeigt Luitpold Spies. Als 7. Kind der Familie geboren, übernahm seine Patenschaft Prinzregent Luitpold (1821 – 1912). 1971 wurde der Weberhof („Spieshof“) abgerissen. Aufnahme von 1925.

16. Hauptstraße/Endbachweg (Hauptstraße 21a)

Six-Huber-Hof: Die Hofanlage, auch Lutzhof genannt, wird erstmals 1689 urkundlich erwähnt. Zwischen 1986 und 1989 erfolgte der Abriss und der Neubau einer Wohnanlage. (Aufnahme von 1973 Bildarchiv Peter Dreyer)

17. Poststraße 22

Bäckerei Heiß: Das Gebäude von 1957 erbaute der Bäckermeister Maier. 1961 ging es in den Besitz der Familie Heiß über, die den Laden 1972 erweiterte und heute in 3. Generation die Bäckerei fortführt.(Aufnahme von 1968, Bildarchiv Peter Dreyer)

18. Hauptstraße 27

Schwoagerhof: Das Anwesen wird erstmals 1538 urkundlich erwähnt und später nach seinem Besitzer, dem Feuerwehr-Kommandant Otto Gerbl auch „Gerblhof“ genannt. 1938 durch einen Brand zerstört, wird es als Wohn- und Geschäftshaus wieder aufgebaut. Aufnahme von 1915. Bildarchiv Peter Dreyer.

19. Hauptstraße 22

Hubloher Hof: Im Jahr 1910 ist Anton Hubloher, Poings Schneidermeister und Messner, Besitzer des neu errichteten Anwesens. Das Haus wurde mehrmals als Geschäfts- und Wohnhaus umgebaut, zuletzt 1970/71 aufgestockt. (Aufnahme von 1932, Bildarchiv Peter Dreyer)

20. Hauptstraße/Ecke Birkenallee (Hauptstraße 20)

Ammlerhof: Die Aufnahme zeigt den Besitzer Ludwig Lang vor seinem 1553 erstmals urkundlich erwähnten Hof. Die Hofanlage wurde nach 1960 baulich verändert. Aufnahme von 1932.

21. Hauptstraße 24

Moar-Villa: Erbaut um 1906 von Baumeister Josef Lanzl (Poing) gehörte sie zum alten Moarhof schräg gegenüber. Nach einer Renovierung im Jahre 2015 zeigt sie sich in nahezu unverändertem Zustand. Aufnahme von ca. 1920. (Schild wird noch aufgestellt.)

22. Anzinger Straße 1

Gasthaus Liebhart: Die frühere Gast- und Tafernwirtschaft Gerbl brannte 1897 ab. Der Neubau von 1898 ging in den Besitz der Familie Liebhart über 1924 erfolgte der Saalanbau, in dem nach Kriegsende ab Juni 1945 die ersten Vertriebenen vorläufig untergebracht werden konnten. Im November 2015 fand der Abriss diese Gasthauses, ehemals Stätte zahlreicher Poinger Veranstaltungen und des Western Saloons statt. (Aufnahme um 1908: Bildarchiv Peter Dreyer)

23. Hauptstraße 28

Humpelmeierhof: Der ehemals Gutshof der Familie Festl, auch „Hummemoar“ genannt, wird erstmals 1416 urkundlich erwähnt. Das Wohnhaus (Bildmitte) wurde um 1904/05 erbaut, die Villa rechts um 1923. Beide Gebäude befinden sich im nahezu ursprünglichem Zustand. Aufnahme von 1935. (Schild wird wegen geplanter Baustelle nicht aufgestellt.) 

24. Hauptstraße 28

Beim Kramer: Der 1. Kramerladen Poings bestand schon vor 1900. Frau Jonas führte den Lebensmittelladen von ca. 1895 bis etwa 1920. Späterer Besitzer war Josef Germeier. Aufnahme von 1940.

25. Anzinger Straße 2

Katholische Kirche St. Michael: Erstmals am 15. Juni 1052 in einer von Kaiser Heinrich III. gezeichneten Urkunde erwähnt. Der Chorturm entstand um 1200 und steht unter Denkmalschutz. Die Kirche wurde mehrmals baulich verändert und zuletzt um 1955 erweitert. Aufnahme von 1940.

26. Anzinger Straße 3

Moarhof: Der Moarhof wird um 1486 erstmals erwähnt. Ein Neubau entstand um 1907. Links auf dem Bild ist der damalige Besitzer Alois Bichler zu sehen. Der Hof befindet sich heute im Besitz der Familie Peis. (Aufnahme von 1910, Bildarchiv Peter Dreyer)

27. Rathausstraße 3

Poings 2. Schulhaus: Um 1908/09 für die auf über 100 Kinder angewachsene Schülerzahl errichtet. Das Haus besaß zwei Eingänge. Einen für die Schule, der zweite für die im Gebäude mit untergebrachte Gemeindeverwaltung. 1965 wurde das Gebäude abgerissen. An dieser Stelle steht heute das Rathaus. Aufnahme von 1935.

28. Standort Anzinger Straße / Schulstraße (Anzinger Straße 4)

Langhof: Der Langhof, auch „Brauhansl „ genannt, wird bereits 1538 erwähnt. Um 1960 wurde der Hof modernisiert, 1972 abgerissen und durch den heutigen Wohnblock ersetzt. Aufnahme von ca. 1913.

29. Schulstraße 31 a

Altes Feuerwehrhaus: Die Freiwillige Feuerwehr Poing wurde bereits 1870 gegründet. Im Jahr 1991 erfolgte der Umzug in das neue Feuerwehrhaus an der Gruber Straße. Aufnahme von 1980 mit Fuhrpark.

30. Schulstraße 30

Poings 1. Schulhaus: Erbaut um 1873/74 durch Baumeister Haydn aus Markt Schwaben, wurde es bis 1908 als Schulhaus genutzt. Im 1. Obergeschoss befand sich ein Klassenraum für ca. 30 Schüler, im Parterre war die Lehrerwohnung. Aufnahme von 1955.

Die Gemeinde Poing hat nach sehr konstruktiven Verhandlungen das Anwesen 2017 erworben. Es handelt sich um eines der wenigen noch vollständig erhaltenen historischen Gebäude in Alt-Poing. Mit dem Ankauf soll der dauerhafte Erhalt dieses geschichtlich wertvollen Anwesens sichergestellt werden.

Der Mietvertrag mit den jetzigen Mietern der Wohn- und Gewerberäume wurde übernommen. Langfristig ist erst nach einem Auszug der Mieter eine öffentliche Nutzung angedacht, beispielsweise für ein kleines Heimatmuseum.

31. Anzinger Straße neben Pfarrhof

Pergerhaus: Erste urkundliche Erwähnung im Jahr 1417. Letzte Besitzerin war Anna Strobl („Stroblhaus“). Der Abbruch mitsamt Ladengeschäft erfolge 1969. Heute befindet sich hier das Katholische Pfarramt St. Michael. Aufnahme von 1940. Bildarchiv Peter Dreyer.

32. Anzinger Straße 9

Anwesen Schneiderbauer: In dem Ende der 1880-er Jahre errichteten Gebäude befand sich zwischen 1928 und 1976 ein Gemischtwaren- und Lebensmittelgeschäft. Das Anwesen gehört heute der Familie Reischl. Aufnahme vor 1928 (nach 1910?)

33. Schulstraße 26

Villa Bucka: Die Villa Bucka wurde um 1927 von Baumeister Scherzl aus Poing erbaut. Heute befindet sich die Villa im Besitz der Familie Steinbigler. Das Gebäude blieb baulich nahezu unverändert. Aufnahme von 1940.