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Geothermie & Fernwärme – Energielieferanten in Poing

Erdbeben in Poing - Informationsveranstaltung

Hier können Sie sich das Gutachten runterladen.

(en) Am Freitag, den 24. November 2017 fand von 15 – 20 Uhr in der Dreifachturnhalle Poing der Informationstag zur Geothermie statt. Etwa 350 Personen nutzten diesen, um sich zu informieren und den Experten Fragen zu stellen. Etwa 100 Personen nahmen die Möglichkeit zur Besichtigung des Heizwerks und der Geothermieanlage bzw. des Bohrplatzes in Anspruch. Frau Dr. Inga Moeck vom Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik, das im Auftrag des Bergamtes Südbayern ein Gutachten über die seismischen Ereignisse erstellt hat, regte an, zusätzlich eine 3-D-Seismik anfertigen zu lassen, um die Phänomene besser erfassen zu können. Bürgermeister Albert Hingerl sprach sich dafür aus die Idee zu unterstützen und hofft, dass das Forschungsprojekt zustande kommt.

Fernwärmenetz

Bereits seit 20 Jahren wird die Gemeinde Poing über Fernwärme mittels eines Blockheizkraftwerks versorgt. An dieses Fernwärmenetz wurde nun die Geothermie über Wärmetauscher als Grundlastwärmequelle eingebunden.

Ausbauzustand des Fernwärmenetzes in Poing
Fernwärmeversorgung in Poing

Leistung Geothermie   10.000 kW thermisch
Leistung Spitzenkessel  30.000 kW thermisch
Eingesetzte Primärenergie
der Spitzen- und Reservekessel Erdgas

Ausbauzustand Fernwärmenetz
Anschlussleistung  ca. 30 MW
Nutzbare Wärmeabgabe ca. 40.000 MWh/a
Kunden 600 (Gewerbe, öffentliche Gebäude, Wohngebäude)
Trassenlänge FW-Netz   21 km
Anschlussart Gebäude  indirekt über Wärmetauscher
Erweiterungspotential   bis zu 15 MW

Quelle: Bayernwerk Natur GmbH, Arnulfstraße 203, 80634 München
www.bayernwerk-natur.de

Geothermie

Das Thermalwasser wird über eine unterirdische Rohrleitung von der Förderbohrung am westlichen Ortsausgang zur Geothermie-Heizzentrale (ehemaliges BHKW) geleitet. Dort überträgt es seine Wärme in Geothermie-Wärmetauschern auf den Fernwärmekreislauf. Anschließend wird das ausgekühlte Thermalwasser über die Thermalwasserrücklaufleitung zur Reinjektionsbohrung an der Plieninger Gemeindegrenze gepumpt, wo es wieder in den Malmkarst zurückgelangt. Bei einerFörderrate von rund 100 Litern pro Sekunde kann eine geothermische Leistung von bis zu 10 Megawatt gewonnen werden. Dies entspricht einer theoretisch gewinnbaren Wärmemenge von etwa 80.000 MWh/a. 

Die endgültige Inbetriebnahme der geothermischen Einbindung in die Wärmenutzung erfolgte im September 2012. Die Investitionskosten für die Bohrungen lagen bei rund 27 Millionen Euro – einschließlich der Förderund Verpresstechnik, der Thermalwasserleitungen und der wärmetechnischen Einbindung in das Geothermie-Heizwerk in der Gruber Straße.

In Poing erfolgt die Fernwärmeversorgung seit September 2012 auf Basis der Geothermie (Grundlast).