Auf dieser Seite finden Sie Informationen über die Fernwärmeversorgung in der Gemeinde Poing durch die Bayernwerk Natur GmbH und das derzeit laufende Projekt GIGA-M (Großräumige Integrierte Gesamt-Analyse des tiefengeothermischen Potentials und seiner synergetischen Nutzung im Großraum München), das durch das durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert wird.
Seismikmessungen zur Erkundung der tiefen Geothermie: Informationen über notwendige Vorarbeiten und den zeitlichen Ablauf der Messungen.
Die Projektleitung der Seismik der GIGA-M informierte im August 2026 über die bevorstehenden Vorarbeiten und den zeitlichen Ablauf. Aufgrund des hohen technischen und logistischen Aufwands ist es nicht möglich, den Einsatzzeitpunkt der Vibrotrucks langfristig und tagesgenau festzulegen. Die einzelnen Arbeitsschritte der Seismikkampagne bauen technisch und logistisch aufeinander auf. Der Einsatz der Vibrotrucks ist vom Fortschritt der Vorarbeiten sowie von örtlichen Gegebenheiten, Verkehr und Witterung abhängig. Trotz sorgfältiger Planung können kurzfristige Anpassungen erforderlich werden. Die ausführenden Firmen sind jedoch bemüht, die betroffenen Kommunen etwa ein bis zwei Wochen vor den Seismik-Untersuchungen gesondert über die anstehenden Arbeiten zu informieren. Laut der groben zeitlichen Übersicht (Planungsstand Juli 2026) werden die Messeungen in der Gemeinde Poing voraussichtlich Ende 2026/Anfang 2027 stattfinden.
Daneben bietet die interaktive Karte der GIGA-M-Seismikseite einen Überblick über die Vorarbeiten und den Messfortschritt, der laufend aktualisierent wird.
Vorbereitende Arbeiten
Folgende vorbereitende Arbeiten können vor Ort sichtbar werden.
· Vermessung und Markierung der Messpunkte: Die vorgesehenen Messpunkte werden vor Ort präzise eingemessen und mit biologisch abbaubarem Farbstoff markiert. Damit wird sichergestellt, dass die späteren Anregungen an den fachlich geplanten und genehmigten Stellen erfolgen können. Ausführendes Unternehmen: DMT
· Kampfmittelsondierung: Vor Arbeiten mit Bodenkontakt werden bestimmte Bereiche auf mögliche Kampfmittel überprüft. Dies dient der Sicherheit der eingesetzten Mitarbeitenden und der Umgebung. Ausführendes Unternehmen: Schollenberger Kampfmittelerkundung.
· Nahlinienmessungen: In einzelnen Bereichen werden ergänzende Messungen durchgeführt, um oberflächennahe Untergrundverhältnisse zu erfassen und bei der anschließenden Verarbeitung der seismischen Daten berücksichtigen zu können. Ausführendes Unternehmen: DMT.
· Auslage der Geophone: Die Geophone nehmen während der späteren Anregungen die seismischen Signale auf. Sie werden dafür entlang der vorgesehenen Messlinien ausgelegt und nach Abschluss eines Messabschnitts wieder eingesammelt beziehungsweise in den nächsten Abschnitt umgesetzt. Ausführendes Unternehmen: DMT.
· Parametertest: An zwei Stellen im Projektgebiet werden mit den Vibrotrucks Referenzmessungen ausgeführt, um die idealen Anregungseinstellungen (Parameter) festzustellen. Die Tests finden außerhalb bewohnten Gebietes statt. Ausführendes Unternehmen: DMT.
Das Projekt GIGA-M ist ein Forschungs- und Infrastrukturvorhaben, das die Nutzung der tiefen Geothermie im Großraum München vorantreiben soll. Der Name steht für „Großräumige Integrierte Gesamt-Analyse des tiefengeothermischen Potentials und seiner synergetischen Nutzung im Großraum München“. Ziel ist es, die natürlichen Wärmequellen im Untergrund systematisch zu erfassen und für eine klimafreundliche Energieversorgung nutzbar zu machen.
Der Münchner Raum bietet dafür besonders günstige geologische Voraussetzungen: In Tiefen von rund 2.000 bis 3.000 Metern befinden sich wasserführende Schichten, die sich hervorragend zur Wärmegewinnung eignen. Diese Energie kann sowohl für die Wärmeversorgung von Haushalten und öffentlichen Einrichtungen als auch teilweise zur Stromerzeugung genutzt werden. Damit leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zur Energiewende und zur Reduzierung von CO₂-Emissionen.
Um das Potenzial genau zu bestimmen, werden großflächige geophysikalische Untersuchungen durchgeführt. Dazu gehört eine sogenannte 3D-Seismik, bei der Schallwellen in den Untergrund geschickt und deren Reflexionen gemessen werden. So entsteht ein detailliertes Bild der geologischen Strukturen, das eine sichere und effiziente Planung von Bohrungen ermöglicht. Das Untersuchungsgebiet umfasst über 1.000 Quadratkilometer und zahlreiche Gemeinden im Großraum München.
Koordiniert wird GIGA-M von der Technischen Universität München, unterstützt von Stadtwerken, Landkreisen und Energieagenturen. Gemeinsam verfolgen sie die Vision, die tiefe Geothermie für viele Bürgerinnen und Bürger zugänglich zu machen. Langfristig bedeutet dies eine sichere, umweltfreundliche und bezahlbare Wärmeversorgung, die die regionale Unabhängigkeit von Energieimporten stärkt und die Grundlage für eine nachhaltige Zukunft schafft.
Sollten Sie noch Rückfragen oder weitere Anliegen haben erreichen Sie das projektteam unter: kontakt(at)giga-m.de
Auf der Homepage des Projektteams finden Sie unter www.giga-m.de weitere Informationen.
Die Präsentation aus der Gemeinderatssitzung vom 25.05.2023 (TOP 3) finden Sie hier.
Behandlung der Empfehlung der Bürgerversammlung vom 26.04.2023, den Ausbau des Fernwärmenetzes für die Gemeinde Poing zu forcieren.
Am 22.11.2022 fand in der Anni-Pickert- Grund- und Mittelschule eine Infoveranstaltung zum Thema Fernwäre statt. Informiert wurde über die Geothermie in Poing: Sachstandsbericht zu Auslastungsgrad, Anschlussgrad, Ausbaupotential und Preismodell (Stand: 11/22).
Während der Veranstaltung wurde der Wunsch vorgetragen bereits bestehende Wohngebiete nachträglich an das Fernwärmenetz/Geothermie der Bayerwerk Natur GmbH anzuschließen.
Seit mehr als 20 Jahren wird die Gemeinde Poing über Fernwärme mittels eines Blockheizkraftwerks versorgt. An dieses Fernwärmenetz wurde die Geothermie über Wärmetauscher als Grundlastwärmequelle eingebunden.
Das Thermalwasser wird über eine unterirdische Rohrleitung von der Förderbohrung am westlichen Ortsausgang zur Geothermie-Heizzentrale (ehemaliges BHKW) geleitet. Dort überträgt es seine Wärme in Geothermie-Wärmetauschern auf den Fernwärmekreislauf. Anschließend wird das ausgekühlte Thermalwasser über die Thermalwasserrücklaufleitung zur Reinjektionsbohrung an der Plieninger Gemeindegrenze gepumpt, wo es wieder in den Malmkarst zurückgelangt.
Die Inbetriebnahme der geothermischen Einbindung in die Wärmenutzung erfolgte im September 2012. Die Investitionskosten für die Bohrungen lagen bei rund 27 Millionen Euro – einschließlich der Förder- und Verpresstechnik, der Thermalwasserleitungen und der wärmetechnischen Einbindung in das Geothermie-Heizwerk in der Gruber Straße.