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Neujahrsempfang 2020

(pm) Am Sonntag, den 12.01.2020 fand der Neujahrsempfang der Gemeinde Poing in der Aula der Anni-Pickert-Grund- und Mittelschule an der Gruber Straße statt, zu dem ca. 450 Besucher gekommen sind. Der neue Pfarrer Philipp Werner nutzte die Gelegenheit, seine ersten positiven Eindrücke über die Gemeinde Poing zu beschreiben und sich für die freundliche und offene Aufnahme zu bedanken. Pfarrer Michael Simonsen berichtete über die Schwierigkeiten bei der Besetzung einer offenen Stelle in seiner Pfarrei, da der Wohnraum in der Nähe von München zu teuer ist. Er zitierte in seiner Rede auch ein irisches Sprichwort, das die Hoffnung und Zuversicht für die Zukunft beschreibt.

Im Anschluss an die Neujahrsreden wurden die vier Poinger Bürgermedaillen verliehen.

Christine Bloch: Helfen ist ihr Motto. Seit 2001 hat sie viele Projekte in der Gemeinde Poing gestartet und begleitet. Sie ist Mitbegründerin der Nachbarschaftshilfe, gründete die erste Tafel für bedürftige Menschen im Landkreis Ebersberg, beteiligte sich an der Neuorganisation der Kleidervermittlungsstelle, die das Familienzentrum von der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen übernahm und arbeitete danach viele Jahre in der Kleidervermittlungsstelle mit. Sie wurde auch Mitarbeiterin in der Freiwilligenagentur und gründete die Poinger Kulturfreunde. Sie organisierte den Flohmarkt am Wertstoffhof, der später auf den Marktplatz verlegt wurde. Sie führte auch die Weihnachtsgeschenkeversteigerung ein, die jetzt von die AWO zusammen mit dem Familienzentrum weiter veranstaltet wird. Sie gründete zusammen mit der Evangelischen und Katholischen Kirche sowie dem Redakteur Armin Rösl und Bürgermeister Albert Hingerl das Kuratorium „Poinger helfen Poingern“.

Christine Bloch organisierte die Weihnachts- und Osterpatenaktion für Kinder der Poinger Tafel sowie die Eichhörnchenaktionen, bei denen Kunden gebeten werden, haltbare Lebensmittel und Drogerieartikel für bedürftige Menschen zu spenden. Sie veranstaltete die erste Ü-35 Party für wohltätige Zwecke im JUZ, die jetzt unter der Leitung von Armin Rösl weiterveranstaltet wird. Sie war auch Gründungsmitglied der „Poinger Wollmäuse“, die ihre selbstgestrickten Sachen verkaufen und den Erlös an die Poinger Tafel spenden. Inzwischen verteilt sie auch Zuschüsse für Schulmaterial und organisiert das „Dinner in Weiß“. Zu Beginn des Poinger Literaturhauses war sie die alleinige Betreuerin, heute machen es sieben ehrenamtliche Helfer. Zudem war Christine Bloch von 2008 bis 2017 Mitglied des Poinger Gemeinderates.

Sylvia Vassilian ist eine zentrale Figur des Kunst- und Kulturgeschehens in der Gemeinde Poing. Ihre künstlerische Ausbildung hat sie im Projekt 1 der Akademie der Bildenden Künste München absolviert. Dann hat sie ihre Bilder ausgestellt, z. B. im Frauenmuseum Bonn, bei der Shanghai Art Fair oder der ArtExpo New York und sogar im Andy Warhol Museum of Modern Art in der Slowakei. In der Gemeinde Poing stellte sie zum Beispiel in der Poinger Galerie, im Bürgerhaus und im VHS-Haus aus. In ihrem Werksverzeichnis stehen rund 700 Einträge. Sie hat auch schon viele Werke verkauft. Sie erhielt den Kunstpreis des Forschungsinstitutes Bildender Künste in Nürnberg.

Als Mitglied des Poinger Kunstbeirates berät sie seit vielen Jahren die Gemeinde Poing bei Gestaltungsideen für die Skulptur am Kreisel – den Poing-Schriftzug – oder der Skulptur am Friedhof für die ungeborenen Kinder. Ebenso hat sie zum geplanten Marktplatzbrunnen ihre Ideen eingebracht.

Kaspar Braun hat in seinem Leben viele Ehrenämter übernommen. Mit 23 Jahren ist er in die Freiwillige Feuerwehr Angelbrechting eingetreten. Seit 1983 war er der letzte Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Angelbrechting, die danach in die Freiwillige Feuerwehr Poing integriert wurde. Das geschah am 1. Januar 1985. Anschließend leitete er bis zu seinem 60. Lebensjahr die Löschgruppe 4 in der Freiwilligen Feuerwehr Poing. Insgesamt war er 37 Jahre aktives Mitglied bei der Feuerwehr!

Nach der Auflösung der Freiwilligen Feuerwehr Angelbrechting wurde 1987 der Feuerwehrverein Angelbrechting gegründet. Dort organisierte er 30 Jahre lang die Vereinsausflüge. Er singt im Feuerwehrchor und ist bis heute im Soldaten- und Kameradschaftsverein Fahnenträger. Auch die Maibaumfreunde Angelbrechting liegen ihm sehr am Herzen. Seit 2009 ist er Feldgeschworener auf Lebenszeit. Seit 2012 ist er Schulweghelfer und steht an der Neufarner Straße bei der Polizei.

Josef Fürmetz ist durch seine ehrenamtliche Arbeit der heimliche Bürgermeister von Angelbrechting und hat das Dorf- und Vereinsleben dort entscheidend geprägt. Durch seine Mitarbeit in Vereinen und im Poinger Gemeinderat wurde er zu einer Angelbrechtinger Institution. Das ehrenamtliche Engagement wurde Josef Fürmetz in die Wiege gelegt. Auch schon sein Vater Michael Fürmetz war von 1934 – 1952 als Kommandant in der Angelbrechtinger Feuerwehr aktiv. Im Jahr 1973, mit Anfang 30, war Josef Fürmetz beim Aufstellen des ersten Maibaums und den Sonnwendfeiern in Angelbrechting aktiv an der Organisation beteiligt.

Josef Fürmetz war von 1983 1. Vorsitzender in der Angelbrechtinger Feuerwehr, bis sie 1985 in die Poinger Feuerwehr integriert wurde. Danach war er bis 1988 im Vorstand des Feuerwehrvereines Angelbrechting. Letztes Jahr erhielt er vom Feuerwehrverein eine Urkunde: Er ist seit 50 Jahren Mitglied in der Feuerwehr Angelbrechting.

24 Jahre war Josef Fürmetz Mitglied des Poinger Gemeinderates: Von 1984 bis 1990 und von 1996 - 2014. 2008 bekam er die Dankurkunde des Freistaates Bayern für sein langjähriges verdienstvolles Wirken in der kommunalen Selbstverwaltung.

Vielen Dank für die ehrenamtliche Arbeit und herzlichen Glückwunsch!

Für die musikalische Umrahmung sorgte diesmal das Dream Team mit Sabine Moder, Wolfgang Gerrer, Christian Erlewein und Peter Salisko. Um die Betreuung der Kinder der Gäste sorgten sich die Jugendleiter Efekan Karpuz und Aykut Altuncu vom Poinger Jugendzentrum. Die Bewirtung übernahmen die Damen des Katholischen Deutschen Frauenbundes mit dem Cateringservice Susi Manda.

– Auszug aus der Rede des Ersten Bürgermeisters Albert Hingerl zum Neujahrsempfang am 12.01.2020 –

Liebe Poingerinnen, liebe Poinger,
meine Damen und Herren,

heute ist für mich und für meine Familie ein besonderer Tag. Nach 10 Jahren als 2. Bürgermeister und 20 Jahren als Bürgermeister ist heute mein letzter Neujahrsempfang in dieser Funktion. Eine lange Zeit, in der in unserer Gemeinde sehr viel passiert ist. In den letzten 20 Jahren fanden während meiner Amtszeit als erster Bürgermeister 515 Gemeinderats- und Ausschusssitzungen mit 3.857 Beschlüssen statt. Die Einwohnerzahl stieg von 11.016 (2000) auf aktuell 16.659. Während dieser Zeit arbeitete ich mit 65 Gemeinderäte/Innen, zusammen, der Haushalt stieg von 25 Millionen (2000) auf rund 74 Millionen (2020). Die Anzahl der Beschäftigten der Gemeinde Poing wuchs von 57 Personen (2000) auf 158 Mitarbeiter (2020). Während dieser Zeit wechselten sich vier katholische Pfarrer und vier Polizeidienststellenleiter in der Gemeinde ab.

Mit Beginn des Jahres 2020 steht auch ein neues Jahrzehnt vor der Tür. Ich bin überzeugt, dass wir auch die nächsten Jahre mit großer Zuversicht und Engagement meistern können, wenn wir uns weiterhin auf unsere Erfahrungen und Stärken besinnen. Viele von Ihnen leben wie ich seit Jahrzehnten in Poing und haben die Entwicklung der Gemeinde von einem kleinen Dorf zu einer wirtschaftlich erfolgreichen Gemeinde mit einem großen kulturellen Angebot miterlebt.

Wir sind eine junge Gemeinde mit einem Durchschnittsalter von ca. 38 Jahren und haben bis heute für unsere Gemeinde viel erreicht, auf das wir alle stolz sein dürfen. Poing ist bekannt für seine zuverlässige Kinderbetreuung.

Im schulischen Bereich sind wir gut aufgestellt. Wir haben eine Förderschule, drei Grundschulen, eine Mittelschule, eine Realschule sowie eine Volkshochschule für die Erwachsenenbildung. Zudem wurde der Neubau eines Schulschwimmbades sowie einer Mensa an der Anni-Pickert-Grund- und Mittelschule beschlossen.

Das nächste große Schulprojekt des Landkreises steht vor der Tür. Das fünfte Gymnasium mit ca. 1.000 Schülerinnen und Schülern kommt nach Poing und soll 2024 / 2025 in Betrieb gehen, um die großen Schülerzahlen u.a. wg. der Wiedereinführung des G9 zu bewältigen.

Nicht nur in Poing, sondern in allen Ballungsgebieten fehlen günstige Mietwohnungen für unsere Geringverdiener, wie z. B. Pflegekräfte, Erzieherinnen, Alleinerziehende, Senioren und auch Mitarbeiter im Rathaus. Im Landkreis Ebersberg hat keine Gemeinde mehr bezahlbare Wohnungen gebaut als Poing. Doch das ist dem Gemeinderat zu wenig. Er hat deshalb beschlossen, in den nächsten 15 Jahren weitere 40 % bezahlbaren Wohnraum in den Wohngebieten W7 Lerchenwinkel und W 8 zu bauen. Mit dieser Maßnahme finden ca. 1.600 Menschen vorrangig aus Poing und dem Landkreis eine günstige Wohnung bei uns. Wir brauchen diese Personen, um unsere Angebote und Lebensqualität in der Gemeinde zu erhalten.

Ein weiterer Schwerpunkt in Poing ist die Verbesserung der Verkehrssituation. Der Gemeinderat hat deshalb mehr Fahrten und Linien für unseren PPA-Busverbund beschlossen. Im Rahmen der Nahverkehrsplanung des Landkreises bekommt Poing einen Expressbus zur Messestadt Ost. Die Inbetriebnahme ist für Dezember 2021 vorgesehen. Eine überregionale Verkehrsplanung von 11 Gemeinden, 3 Landkreisen und der Stadt München sowie ein kommunales Mobilitätskonzept sind beauftragt.

In Anlehnung an den Imagefilm „Geh mal raus“ von Raffael Scherer, der im Auftrag und Unterstützung der Gemeinde gedreht wurde, lade ich Sie jetzt ein, mit mir noch einen kleinen Spaziergang, einen Streifzug durch unsere Gemeinde zu machen, um Ihnen zu zeigen, was Poing sonst noch zu bieten hat.

Wir starten in Alt-Poing, dort wo sich der alte Ortskern mit dem Kirchenfriedhof und der Pfarrkirche Sankt Michael befindet. Die Kreuzung wurde umgebaut, die Anzinger Straße wird verlängert. Der alte Maibaumplatz wurde vergrößert. Aus dem Gasthaus Liebhart wurde ein Wohnhaus mit einer Pizzeria und öffentlichen Gemeinderäumen für Vereine, VHS und Bürgerinnen und Bürger.

Der Weg führt uns entlang der Schwabener Straße nach Norden. Vorbei am Baugebiet Festl. Im Westen entsteht der neue REWE, der Ende 2020 fertig sein soll. Weiterhin ist ein neues Seniorenzentrum geplant. Derzeit kümmern sich um die älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger zwei hauptamtliche Mitarbeiter der Gemeinde. Bei Bedarf steht ein Seniorenzentrum des Pflegesterns zur Verfügung.

Wir queren die Eisenbahngleise an der alten Unterführung, die nach Fertigstellung der neuen Eisenbahnüberführung Ende 2020 geschlossen wird.

Auf Höhe des Volksfestplatzes wird in nördlicher Richtung zwischen dem alten Sportgelände und der sog. Endmöräne das Sport- und Freizeitgelände um weitere Sporteinrichtungen wie z.B. Fußball- und Tennisplätzte erweitert. Dabei werden auch die bestehenden Krautgärten integriert.

Vorbei am Baubetriebshof und dem neuen Bestattungsgarten gehen wir zum Marktplatz. Als zentraler Platz ist er gemeinsamer Treffpunkt für die Gemeinde. Zur Belebung des Platzes hat die Gemeinde Spielgeräte für Jung und Alt, neue Markthütten, ein neues Literaturhaus, neue Bänke und Tische sowie neue Solarstraßenlampen mit LED-Technik aufgestellt. Insbesondere ist für unsere Kinder noch ein Brunnen vorgesehen.

Die neue Ortsmitte von Poing hat durch das große Angebot für die Bürgerinnen und Bürger ihren Namen verdient. Dort befindet sich ein Bürgerhaus, das Seniorenzentrum, eine Sparkasse, das V-Haus, 2 Ärztehäuser mit etwa 50 Ärzten, das CityCenter I und II, das Jugendzentrum, die VHS, das P&R-Gebäude, ein Secondhand-Shop und eine preisgekrönte neue katholische Kirche und der Bus- und S-Bahnhof.

Vor uns die neue Eisenüberführung, die 30 Jahre auf sich warten ließ, weil keine Entscheidung über den viergleisigen Ausbau getroffen wurde. 30 Jahre verlorene Zeit für die Gemeinde. Als Dank habe ich mein Versprechen eingelöst und bin mit unserem Gemeinderat Reinhard Tonollo nach Altötting gepilgert. Die Fertigstellung und Nutzung erwarten wir wetterbedingt im 2. Quartal 2020. Das daneben liegende P&R Gebäude wird wegen Baumängeln in den nächsten Jahren komplett saniert.

Noch ein Blick nach Grub zum geplanten Neubau der PI Poing. Aus Gründen der Sicherheit und des Platzbedarfs ist ein staatliches Grundstück in Grub als neuer Standort vorgesehen. Die zeitliche Umsetzung ist noch offen.

Eine Delegation des Gemeinderates und Vereinsvertretern war 2019 zum Stadtgründungsfest in Poreč. Dort haben wir gemeinsam einen Freundschaftspark eröffnet und einen Olivenbaum gepflanzt. Sobald es die Witterung zulässt, wird dort ein Olivenfeld angepflanzt. Unser Gastgeschenk war ein Apfel-Wacholder Gemeinde-Schnaps, aus den Früchten der Streuobstwiesen der Gemeinde Poing.

Sie können mir sicher zustimmen, wenn ich sage, die Gemeinde hat bisher ihre Hausaufgaben gemacht. Ich sage aber auch, dass wir uns jetzt nicht ausruhen dürfen. Ganz im Gegenteil. Wir müssen in den nächsten Jahren an der Entwicklung unserer Gemeinde mit aller Kraft weiterarbeiten. Wir müssen alles tun, um die Zukunft und Lebensqualität unserer Gemeinde zu sichern. So erleben wir täglich, wie die Digitalisierung und der Klimawandel unser Leben beeinflusst, d.h. wir müssen darauf neue Antworten finden und vieles neu denken.

Dazu sind wir alle aufgefordert! Wir müssen Verantwortung übernehmen. Wir dürfen unsere Politik, die unser ganzes Leben mitbestimmt, nicht den Politikern alleine überlassen. Wir sind mitverantwortlich, wie wir leben und in Zukunft leben wollen.

Der Journalist Klaus Ott schrieb in der Süddeutschen Zeitung „Die nächste Kanzlerin, oder der nächste Kanzler, sollte unbedingt einen neuen wichtigen Passus im Dienstvertrag haben: Der Kanzler/die Kanzlerin trifft sich einmal die Woche mit Bürgern und Bürgerinnen, um mit Ihnen über deren Lage oder Lager der Nation zu reden. Das sollte aber ein echter Dialog sein, von Angesicht zu Angesicht.“ Das verstehe ich als Empfehlung und als Rezept für alle Politiker oder die es werden wollen: Wir müssen immer wieder rausgehen und mit den Menschen reden.

Denken wir gemeinsam an dieser Stelle auch an die Menschen, die keine Möglichkeit auf ein sicheres und friedliches Leben haben. Zeigen wir auch Verständnis für die Flüchtlinge in unserem Land und helfen dort, wo Hilfe gebraucht wird. Lassen wir nicht wieder zu, dass sich in unserem Land Hass, Gewalt und Rassismus ausbreitet.

Zum Schluss geht mein Dank an alle ehrenamtlich Tätigen in der Gemeinde Poing. Durch ihren Einsatz in den Vereinen, im Straßenverkehr, bei Veranstaltungen und überall da, wo helfende Hände gebraucht werden, sind viele Projekte wie das Literaturhaus, der Adventskalender, die Asylhilfe oder viele Freizeitangebote im Bereich, Sport, Bildung oder Kultur erst möglich! Ebenso bedanken möchte ich mich beim Gemeinderat sowie meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihre engagierte Arbeit.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen schönen Start in 2020. Unseren kranken Mitbürgern wünsche ich Gesundheit und Gottes Segen sowie Hoffnung und Zuversicht für die Zukunft.

Albert Hingerl
Erster Bürgermeister