Trinkwasser schützen. Bewusst nutzen.
In den vergangenen Wochen wurde in den Medien vielfach über Wasserknappheit berichtet. Teilweise wurden bereits Einschränkungen für die Nutzung von Trinkwasser ausgesprochen. So hat beispielsweise die Landeshauptstadt München bestimmte Nutzungen des Trinkwassers vorübergehend untersagt.
Viele Poinger Bürgerinnen und Bürger fragen sich deshalb: Müssen auch wir uns Sorgen um unsere Trinkwasserversorgung machen?
Die kurze Antwort lautet: Nein. Aktuell besteht in unserem Versorgungsgebiet keine Wasserknappheit und es sind keine Einschränkungen bei der Nutzung des Trinkwassers erforderlich.
Jedoch registrieren auch wir Veränderungen in unserer Region: Niederschläge verteilen sich anders als früher. Schneearme Winter im Alpenraum nehmen zu. Längere Hitzeperioden wechseln sich mit kurzen, intensiven Starkregenereignissen ab. Auch wenn eine heiße oder trockene Sommerphase allein noch keine Wasserknappheit bedeutet und vorübergehend durch ein regenintensives Jahr ausgeglichen werden kann, so zeigt sich: Grundwasser reagiert langsam. Erst die langfristige Beobachtung über mehrere Jahre zeigt, wie sich die Wasserressourcen verändern. Tendenziell ist daher über 20 Jahre eine stetige Abnahme auch an unseren Messpegeln zu beobachten.
Uns geht es darum, die aktuelle Aufmerksamkeit für das Thema Wasser aufzugreifen, um über die Entwicklung unserer Wasserressourcen zu informieren und dafür zu werben, Trinkwasser bewusst und verantwortungsvoll zu nutzen. Denn Wasser ist nicht unbegrenzt verfügbar – und jeder kann dazu beitragen, diese wertvolle Ressource langfristig zu schützen.
Weitere Informationen erhalten Sie direkt beim gemeinsamen Kommunalunternehmen VE|MO (gKU Ver- und Entsorgung München Ost).
Wer sorgt für unser Trinkwasser und die Schmutzwasserbeseitigung?
Das gemeinsame Kommunalunternehmen (gKU) VE München Ost, kurz: VE|MO, ist seit 2009 für die Schmutzwasserentsorgung in 13 Gemeinden und die Trinkwasserversorgung in 7 Gemeinden der Landkreise Ebersberg, Erding und München verantwortlich – eine zentrale Aufgabe des Gemeinwohls, die oft wenig beachtet wird.
Aufgabenbereich
Das gemeinsame Kommunalunternehmen VE|MO mit Sitz in Poing wurde von den 13 Mitgliedsgemeinden Anzing, Aschheim, Egmating, Feldkirchen, Finsing, Grasbrunn, Kirchheim, Kirchseeon, Oberpframmern, Pliening, Poing, Vaterstetten und Zorneding gegründet. Es entsorgt Schmutzwasser aus allen Mitgliedsgemeinden und versorgt die Einwohner von Aschheim (ohne Dornach), Feldkirchen, Kirchheim, Pliening, Poing, Vaterstetten (außer einem Teilgebiet Baldham) und Zorneding mit Trinkwasser.
Das Niederschlagswasser gehört nicht zu den Aufgaben von VE|MO; hier ist die jeweilige Gemeinde Ihr Ansprechpartner.
Aus zwei Grundwasserbrunnen wird aus 40 m Tiefe das Trinkwasser gefördert. Es entstammt dem unterirdischen Grundwasserstrom der Münchner Schotterebene. Das gewonnene Wasser kann ohne Aufbereitung bedingt durch die natürliche Filtration im vorwiegend bewaldeten Wasserschutzgebiet in das Versorgungsnetz eingespeist werden. Das Schmutzwasser fließt durch das Kanalnetz zur zentralen Kläranlage in Finsing, wo es gereinigt und in den Naturkreislauf zurückgeführt wird.
Entwicklungen und Investitionen
In der Verwaltungsratssitzung vom 11.12.2024 wurden wichtige Entscheidungen getroffen:
· Investitionen: 47,5 Mio. € für die kommenden vier Jahre, darunter ein neuer Trinkwasserbrunnen, redundante Versorgungsleitungen, Digitalisierung der Verwaltung und Sanierung von Pumpwerken.
Es gelten die Abgabensätze (Gebühren und Beiträge) aus den aktuellen Beitrags- und Gebührensatzungen des gKU VE München Ost, einsehbar auf der Unternehmenswebsite.
Die Gebührensätze betragen seit dem 01.01.2025 (nachrichtlich, alle Angaben ohne Gewähr):
Trinkwassergebühr: 1,59 Euro (netto 1,49 Euro, zuzügl. 7% MwSt) je Kubikmeter
Trinkwasser-Grundgebühr (abhängig von Nenndurchfluss bzw. Dauerdurchfluss): ab 44,94 Euro (netto 42,00 Euro, zuzügl. 7% MwSt) pro Jahr
Schmutzwassereinleitungsgebühr: 2,87 Euro je Kubikmeter
Die VE|MO arbeitet kostendeckend nach den gesetzlichen Vorgaben, ohne Gewinnerwirtschaftung.
Digitalisierung: Amtsblatt ab 2025
Seit 2025 wird das Amtsblatt ausschließlich digital auf der VE|MO-Website veröffentlicht. Grundlage dafür ist das Bayerische Digitalgesetz (BayDiG).
Weitere Informationen finden Sie auf unserer Website: www.gku-vemo.de. Bei Fragen erreichen Sie uns telefonisch unter 08121/701-0 oder im Notfall unter 0175 261 76 97. Die Verwaltung der gKU VE München Ost befindet sich in der Blumenstraße 1 in Poing.
Der aktuelle Pegelstand ist beim Bayrischen Landesamt für Umwelt abrufbar.